Zu wenige Lebensmittel – Chemnitzer Tafel verhängt Aufnahmestopp für Bedürftige

Die Chemnitzer Tafel schlägt Alarm: Der Hilfsorganisation gehen die Lebensmittel aus. Eine Hilfs-Aktion soll die Situation nun verbessern.

Chemnitz – Der Chemnitzer Tafel gehen die Lebensmittel aus. Deshalb verhängte die Hilfsorganisation jetzt sogar einen Aufnahmestopp für Neukunden. Hilfe soll die Aktion “umgekehrter Adventskalender” bringen.

Tafel-Chefin Christiane Fiedler (61, r.) und Mitarbeiterin Anja Rahn (38) haben Notfalltüten für die Kunden vorbereitet.  © Maik Börner

“Wir erhalten momentan immer weniger Lebensmittel von den Geschäften. Es reicht einfach nicht”, erklärt Tafel-Chefin Christiane Fiedler (61). “Das liegt wohl, daran dass viele Leute wieder zu Hause sind und somit mehr einkaufen. Kinder essen nicht in der Schule, ihre Eltern nicht auf Arbeit.”

Abgewiesen werde aktuell dennoch niemand. “Wir helfen mit Notfalltüten, in denen sich zum Beispiel Konserven, Nudeln, Reis oder Mehl befinden.”

Laut Christiane Fiedler nehmen aktuell täglich 80 Familien das Angebot der Chemnitzer Tafel in Anspruch. Dabei sei die Zahl der Kunden während der Corona-Krise sogar gesunken.

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“Wegen den wenigen Lebensmitteln hätten wir an manchen Tagen sonst viel eher schließen müssen.” Pünktlich zur Winterzeit steige die Nachfrage wie in den Vorjahren wieder.

“Viele Eltern wollen die Wünsche ihrer Kinder zu Weihnachten erfüllen, merken dann, dass dafür das Geld nicht reicht und kommen zu uns.”

Deshalb soll es zum zweiten Mal die Aktion “umgekehrter Adventskalender” geben. Bürger können bis zum 24. Dezember jeden Tag ein haltbares Lebensmittel in einem Karton sammeln und diese Überraschungen dann bis zum 10. Januar bei der Tafel abgeben.

Es ist auch möglich, jeden Tag einen selbst gewählten Geldbetrag beiseite zu legen und die Summe nach Heiligabend an das Spendenkonto der Tafel (Volksbank Chemnitz, IBAN: DE 39 87 09 62 14 03 14 11 45 07, BIC: GENODEF1CH1) zu überweisen. Unter www.tafel-chemnitz.de gibt es weitere Infos.

Die Aktion ist auch als Ersatz für die traditionelle Weihnachtsfeier für Tafelkunden im Café Michaelis gedacht, die aufgrund der aktuellen Pandemie-Lage erneut ausfällt.