Zirp Burger: Ge­mahlene Insekten als Weih­nachtsmenü? in 5 Minuten

Seit Oktober sind sie in den Tiefkühlregalen bei Billa und Billa Plus zu finden: die Zirp-Burger der Wiener Firma „Zirp Insects Gmbh“, die unter dem Motto „Eat for Future“ einen Beitrag zum Klimaschutz leisten sollen. In der Theorie klingt das schon mal gut, aber wird der Burger auch den Praxistest bestehen und meine drei kritischen Kinder überzeugen?

Optisch ansprechend

In einer Billa Plus-Filiale in Klagenfurt werde ich fündig – gleich neben dem klassischen Tiefkühl-Wienerschnitzel wartet der Zirp Burger. Optisch ist die Verpackung sehr ansprechend, der vorne abgebildete Burger sieht appetitlich aus – und ganz normal. Würmer sind keine zu sehen, was vermutlich auch besser ist, um potentielle Käufer nicht sofort abzuschrecken. Der Preis ist mit 5,99 € für 200g bzw. zwei Stück Burger-Patties nicht ganz günstig, aber für gutes und noch dazu klimafreundliches Essen gibt man gerne auch mehr aus. Entsprechend der Zubereitungsanleitung packe ich die Insekten-Laibchen, die unter anderem noch Pilze und Erbsenprotein enthalten, zu Hause aus und lasse sie zehn Minuten antauen. Der erste Eindruck ist jedenfalls positiv: die Burger sehen schmackhaft aus und riechen laut meinem Jüngsten einfach nach „Barbecue Sauce“ und nicht nach Würmern. Wobei wir natürlich nicht wissen, wie Würmer überhaupt riechen.

Gemahlene Insekten als Alterative zum klassischen Schnitzel?

© Christine Jeremias

Insekten für Einsteiger: die Burger Patties sehen auf jeden Fall appetitlich aus

© Christine Jeremias

Kinder, heute gibt´s Mehlwürmer!

Das Braten in der Pfanne gelingt einwandfrei, die Patties haben eine gute Konsistenz und werden schön knusprig-braun. Nach etwa zehn Minuten sind sie auch schon fertig und der spannende Teil kann beginnen: es geht ans Probieren. Und hier erlebe ich die erste Überraschung: Ich muss niemanden überreden, ein Stück vom Burger zu kosten. Für gewöhnlich betrachten meine Kinder ihnen unbekannte Speisen ja mit höchster Skepsis und nehmen nach gutem Zureden gerade einmal eine mikroskopisch kleine Kostprobe zu sich. Bei einem aus Insekten hergestellten Laibchen hätte ich mir mehr Drama erwartet. Tatsächlich sind aber alle einfach neugierig und nehmen gleich ein ordentliches Stück. Auch ich muss mich keine Spur überwinden. Die Reaktionen fallen zunächst auch sehr positiv aus: „Hmmm, richtig gut!“, lautet das Urteil nach dem ersten Bissen. Nach längerem Kauen revidieren meine Söhne ihre Meinung aber schnell: „Das ist doch nicht so gut. Wenn man mehr davon isst, schmeckt´s irgendwie nach Suppenwürfel.“ Einzig meine Tochter findet den Zirp-Burger ganz gut. „Naja, eigentlich nicht so schlecht, ein bisschen komisch halt. Ich muss nicht zu viel davon essen, aber es schmeckt mir schon“, urteilt sie.

Die Verkostung hat Spaß gemacht, geschmacklich konnte der Zirp Burger aber nicht ganz überzeugen

© Christine Jeremias

Gutes Einsteiger-Produkt

Von zwei Burger-Patties bleibt also doch noch reichlich für meinen Mann und mich übrig. Wir kommen beide zum Schluss, dass die Burger ganz okay sind, aber die Gewürzmischung nicht nach unserem Geschmack ist. Eine echte Alternative zu Fleisch, das wir ohnehin nicht zu häufig essen, werden die Insekten-Burger wohl nicht, als Abwechslung zwischendurch wären sie aber auf jeden Fall vorstellbar. Positiv finden wir alle, dass die Burger so verarbeitet sind, dass man eine ganz andere Art der Ernährung probieren kann, ohne sich überwinden zu müssen. Insekten für Einsteiger, sozusagen. Und eine gute Anregung, sich Gedanken über zukunftsfähige und zugleich artgerecht hergestellte Lebensmittel zu machen, sind sie allemal. Zu Weihnachten werden wir aber definitiv wieder ein traditionelles Gericht auf den Tisch bringen.

Der Zirp Burger wird eher nicht als Weihnachtsessen heuer aufgetischt.

© Christine Jeremias