Vitamin-B12-Mangel erkennen und gegensteuern – Heilpraxis

Ein Vitamin-B12-Mangel kann meist durch die richtige Ernährung behoben werden. Als Quelle bleiben fast nur Lebensmittel tierischen Ursprungs. (Bild: bit24/stock.adobe.com)

Vitamin-B12-Defizit wird oft übersehen

Vitamin B12 gehört zu den Vitaminen an denen es bei vielen Menschen mangelt. Ein Vitamin-B12-Mangel kann sich beispielsweise an Symptomen wie blasser Haut, allgemeiner Schwäche, schneller Ermüdbarkeit und Schwindel bemerkbar machen. Ein Verdacht auf einen solchen Mangel sollte ärztlich abgeklärt werden. Meist kann der Bedarf durch die richtige Ernährung gedeckt werden. Bei manchen Menschen kann die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln sinnvoll sein.

Vitamin B12 ist lebensnotwendig. Es ist wesentlich an verschiedenen Stoffwechselprozessen im menschlichen Körper beteiligt, darunter am Abbau von Fettsäuren und Aminosäuren. Außerdem macht es seine zentrale Bedeutung für die Verstoffwechslung des Vitamins Folsäure wichtig für die Blutbildung. Viele Menschen sind jedoch nicht ausreichend mit dem Vitamin versorgt. Und häufig wird ein Vitamin-B12-Mangel übersehen.

Unspezifische Beschwerden

Wie das Bundeszentrum für Ernährung (BZfE) in einer aktuellen Mitteilung erklärt, verfügt der menschliche Organismus über ein gewisses Depot an Vitamin B12; er ist nämlich in der Lage, rund zwei bis fünf Milligramm zu speichern.

Die Speicher sind größtenteils in der Leber (50 bis 90 Prozent) und Muskulatur (etwa 30 Prozent) zu finden. Laut der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) wird der tägliche Bedarf für Jugendliche und Erwachsene auf 4,0 Mikrogramm geschätzt, für Schwangere und Stillende sind es 4,5 beziehungsweise 5,5 Mikrogramm.

Ein möglicher Mangel entwickelt sich schleichend und fällt häufig erst nach Jahren der Unterversorgung auf.

Doch: „Auf den ersten Blick entzieht sich ein Vitamin-B12-Defizit oft der Diagnose, denn nicht selten klagen betroffene Personen über unspezifische Beschwerden wie Müdigkeit, Schwäche, Abgeschlagenheit und Erschöpfung“, wird in einem Beitrag auf der Webseite von Springer Medizin erklärt.

Als einzige Quelle bleiben Lebensmittel tierischen Ursprungs

Vitamin B12 ist kein einzelner Wirkstoff; vielmehr steht dahinter eine Reihe von vitaminwirksamen Substanzen, die Cobalamine, erklärt das BZfE. Alle Cobalamine werden ausschließlich von Mikroorganismen synthetisiert, Tiere und Pflanzen sind dazu jedoch nicht in der Lage.

Tiere, die auch das Vitamin benötigen, decken ihren Bedarf durch Fressen von Nahrung, auf der solche Mikroorganismen vorkommen.

Zwar kommen auch im Mikrobiom – der Darmflora – des Menschen diese Mikroorganismen vor, die Resorption des Vitamins erfolgt aber nicht im Dickdarm, sondern im Dünndarm. Daher kann unser Körper das von diesen Bakterien gebildete Vitamin nicht nutzen.

Als einzige Quelle bleiben für den Menschen deswegen nur Lebensmittel tierischen Ursprungs. Fleisch von Nutztieren (insbesondere Leber) und Fisch sind gute Quellen, aber auch Ei sowie Milch und Milchprodukte. Obst, Gemüse und Getreide sind fast frei von diesem Vitamin.

Verschiedene Risikogruppen

Insbesondere ältere Menschen sind Risikogruppen für einen Mangel an Vitamin B12: So ergab eine Untersuchung am Helmholtz Zentrum München, dass ein Viertel der über 65-Jährigen nicht ausreichend mit Vitamin B12 versorgt sei.

In der Altersgruppe der 85- bis 93-Jährigen wiesen über ein Drittel zu niedrige Vitamin B12-Werte auf. Verantwortlich hierfür seien insbesondere Resorptionsstörungen.

Allerdings können auch junge Menschen betroffen sein. Bei Personen, die sich vegan ernähren und Vitamin B12 nicht supplementieren, sei ein Mangel vorprogrammiert, so der zitierte Beitrag.

Und auch Menschen, die sich vegetarisch ernährten, eine einseitige Kost oder eine sehr restriktive Diät einhielten, hätten ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin B12-Mangel.

Des Weiteren können auch Erkrankungen, welche die Resorption im Gastrointestinaltrakt beeinträchtigen sowie verschiedene Medikamente zu einer Unterversorgung führen.

Blutwerte ärztlich kontrollieren lassen

Vitamin B12 fungiert im menschlichen Stoffwechsel als Coenzym, das bedeutet, es ist Teil eines Enzyms, das Reaktionen im menschlichen Körper steuert. Es ist unter anderem an der Blutbildung beteiligt sowie an der Bildung der DNA, also unseres Erbguts, und damit an Zellwachstum und Zellteilung.

Im Nervensystem hilft B12, die Hüllen der Nervenfasern zu regenerieren und neu zu bilden und somit die Funktionsfähigkeit des Nervensystems zu erhalten.

Neben den beschriebenen unspezifischen Symptomen kann ein Vitamin B12-Defizit zu Veränderungen des Blutbilds führen sowie zu neuropsychiatrischen Veränderungen.

Wer zu einer Risikogruppe gehört und auf der sicheren Seite sein möchte, sollte daher die eigenen Blutwerte vom Arzt oder von der Ärztin kontrollieren lassen. Ohne medizinischen Grund ist eine unspezifische, dauerhafte Einnahme hochdosierter Vitamin B12-Nahrungsergänzungsmittel nicht angeraten. (ad)

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Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.