Video online: Erstversorgung im Notfall! – Gesundheit –


2.10.2021 00:00


(Akt. 2.10.2021 00:00)

Im Notfall zählt jede Hilfe. Med Konkret gab Einblicke in
die Ersthilfe und Versorgung im Schockraumes eines Spitals.

In Vorarlberg ist Hilfe im Notfall meist schnell zur Stelle.
Dafür sorgt ein dichtes Netz an boden- und luftgebundenen Rettungs- bzw.
Notarztstützpunkten. Allerdings brauchen auch professionell geschulte
Einsatzkräfte die Unterstützung von Laienhelfern. „Jedes Glied in einer
Rettungskette ist wichtig“, betonte Primar Reinhard Folie, Leiter der Anästhesie
und Intensivmedizin am LKH Bregenz, denn es zählt jede Minute. Bei einem
Herzstillstand beispielsweise sinkt die Überlebenswahrscheinlichkeit um 7 bis
10 Prozent pro Minute. „Auch deshalb spielen Ersthelfer eine wichtige Rolle in
diesem System“, erklärte Folie. Sie sind es, die die Brücke zu geschulten
Einsatzkräften bauen, was das Überleben eines Patienten um den Faktor 2 bis 5
verbessert.

„Jeder kann etwas tun“

Der Intensivmediziner nahm die Teilnehmer am virtuell
ausgestrahlten Med Konkret auch gleich mit auf einen Exkurs durch die
Laienreanimation. Seine wichtigsten Botschaften: „Jeder kann etwas tun. Sich
selbst nicht in Gefahr bringen und frühzeitig die Rettungs- und
Feuerwehrleitstelle alarmieren, damit ein Rettungsteam in Gang gesetzt werden kann.“
Am häufigsten sind Reanimationen im häuslichen Umfeld. Eine sofortige
Wiederbelebung ist etwa bei Herzkreislauf-Ereignissen nötig und, wenn keine
Atmung mehr feststellbar ist.

Anleitung zur Erstversorgung per Telefon

Möglichst genaue Angaben erleichtern dem
Leitstellendisponenten die Alarmierung des richtigen Rettungsmittels.
„Unbedingt am Telefon bleiben. Der Leitstellendisponent leitet den Helfer an,
bis das Einsatzteam vor Ort ist und die weitere Behandlung des Betroffenen
übernimmt“, verdeutlichte Reinhard Folie. Noch etwas gab er zu bedenken: „Wenn
man die Mund-Nasen-Beatmung nicht sicher beherrscht, nur die Herzdruckmassage
durchführen.“ Ist ein Defibrillator greifbar, diesen zur Hand nehmen. „Damit
können Sie nichts falsch machen. Das Gerät gibt klare Anweisungen“, insistierte
der Arzt und legte den Menschen ans Herz, die Ersthilfe regelmäßig zu üben, um
besser zu werden.

Notfallpatienten werden im Schockraum versorgt

Oberarzt Hannes Lienhart, Intensivmediziner im LKH
Feldkirch, erläuterte anschaulich, was nach der Ersthilfe im Krankenhaus
abläuft. Erste Station von Notfallpatienten ist der Schockraum. Das LKH
Feldkirch verfügt über zwei Schockräume. Jährlich werden dort 300 bis 400
Abklärungen durchgeführt. Im Schockraum landen Patienten, bei denen
lebenswichtige Funktionen wie Bewusstsein, Atmung und Kreislauf gestört sind. „Die
Erstversorgung erfolgt nach einem straff standardisierten Schema“, erläuterte
Lienhart. Es gibt außerdem fix definierte Aufnahmekriterien, zu denen unter
anderem der Unfallmechanismus zählt, also wie sich ein Unfall abgespielt hat.

Koordinierter Ablauf im Krankenhaus

Über eine Telefonnummer, die rund um die Uhr besetzt ist,
erreicht der Notarzt vor Ort direkt den diensthabenden Schockraumkoordinator, bei
dem es sich in jedem Fall um einen Facharzt für Anästhesie handelt. „Der
wiederum informiert anhand der eingegangenen Informationen das entsprechende
Behandlungsteam“, führte Lienhart weiter aus. Dieses besteht aus einem
Basisteam, und je nach Krankheits- oder Verletzungsbild werden andere
medizinische Disziplinen beigezogen. Sind Kinder betroffen, ist von Anfang an ein
Kinderarzt dabei. Der Schockraum selbst ist mit allen notwendigen Gerätschaften
ausgestattet. „Im Notfall könnten wir dort sogar operieren“, merkte Lienhart
an. Auch einen CT gibt es. Das spart Zeit, die oft kostbar ist. Die Versorgung
des Patienten erfolgt dann in Phasen: Stabilisierung, bildgebende Diagnostik,
konsiliarärztliche Untersuchung, Weiterbehandlung auf der Station. Damit jeder
Handgriff jederzeit sitzt, werden regelmäßig Simulationstrainings durchgeführt.

Den gesamten Vortrag sowie die Fragen der Zuschauer können Sie jetzt im Video nachsehen.