Verbotsliste bei Gicht: Purintabelle zeigt ungünstige Lebensmittel

Geschwollene und gerötete Gelenke, Übelkeit, Fieber – Wer schon einmal einen Gichtanfall hatte, weiß wie unangenehm und schmerzhaft das sein kann. Bestimmte Lebensmittel können Gicht begünstigen. Grund dafür ist ihr hoher Gehalt an Purinen, die zu einem Anstieg des Harnsäurewerts im Blut führen. Unsere Tabelle zeigt purinarme und purinhaltige Lebensmittel.

Ernährung bei Gicht: Purinarme Kost bevorzugen

Gicht ist eine Stoffwechselerkrankung, die auftritt, wenn sich zu viel Harnsäure im Blut ansammelt (Hyperurikämie). Harnsäure entsteht, wenn der Körper so genannte Purine abbaut. Diese sind in allen Körperzellen und vielen Lebensmitteln enthalten. Fällt Harnsäure in normalen Mengen an, ist der Körper im Stande, diese über die Nieren auszuscheiden.

Durch Lebensmittel mit einem hohem Puringehalt steigt der Harnsäurespiegel im Blut an. Ein akuter Gichtanfall kann die Folge sein. Der Körper kommt dann mit der Ausscheidung der Harnsäure nicht hinterher und bildet Harnsäurekristalle, die sich im Körper, vorzugsweise in den Gelenken, ablagern und dort zu Entzündungen führen, die Schmerzen und Schwellungen auslösen. 

Wer erblich vorbelastet, aufgrund einer Stoffwechselerkrankung besonders anfällig für Gicht ist oder bereits einen Gichtanfall hatte, sollte besonders darauf achten, seinen Harnsäurewert stabil zu halten. Ab einer Menge von 500 Milligramm Harnsäure pro Tag ist Vorsicht geboten. Gichtpatienten sollten sich möglichst bei nur 300 Milligramm Harnsäure pro Tag einpendeln. Die Ernährung spielt dabei eine entscheidende Rolle. 

Purintabelle: Nahrungsmittel, die Sie bei Gicht essen dürfen

Erlaubt: purinarme Lebensmittel

mg/100g
Milch 0
Joghurt 0
Quark 0
Tee 0
Kaffee 0
Ei 5
Salatgurke 7
Tomaten 10
Paprika 10
Kartoffeln 15
Äpfel 15
Birne 15
Honigmelone 18
Wassermelone 20
Käse 20
Zucchini 22
Weizenmehl

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Purinhaltige Lebensmittel meiden

Vor allem Fleisch, Wurst, Innereien und Fisch sind für Menschen mit einem erhöhten Harnsäurespiegel ungünstig. Bei 100 Gramm Hähnchenbrust bilden sich zum Beispiel 180 Milligramm Harnsäure. Auch Hülsenfrüchte und einige Sorten Gemüse sollten lediglich in kleinen Portionen gegessen werden. Erbsen und Linsen haben es besonders in sich: 150 bis 200 Milligramm Harnsäure bilden sich, wenn man je 100 Gramm davon isst. Auch Spinat und Spargel enthalten vergleichsweise viel Purin. 

Gichtpatienten sollten auch auf alkoholische Getränke verzichten. Bier – auch alkoholfreies – ist durch seinen Hefegehalt besonders gefährlich. Auch Wein – sowohl Weißwein als auch Rotwein – setzt viel Harnsäure frei. Softgetränke und Saft sollten aufgrund des hohen Fruchzuckergehalts ebenfalls nur in Maßen konsumiert werden. 

Auf leckeres und frisches Essen müssen Menschen mit erhöhtem Gichtrisiko nicht verzichten. Beim Fleisch sind zum Beispiel Mettwurst, Jagdwurst und Schinken eine purinarme Alternative. Gemüse, wie Zucchini, Auberginen, Tomaten, Salat und Gurken können problemlos gegessen werden. Bei Spargel ist jedoch Vorsicht geboten. Das Stangengemüse weist ähnlich wie Spargel mit 15 Milligramm pro 100 Gramm einen mittleren Purinwert auf und sollte daher von Gichtpatienten nicht im Übermaß verzehrt werden. 

Obst ist weitestgehend unkritisch, was den Puringehalt angeht. Äpfel, Birnen, Orangen und Melonen dürfen häufig auf dem Speiseplan stehen. Wer weniger Fleisch isst und trotzdem seinen Eiweißbedarf decken will, kann außerdem bedenkenlos zu Eiern, Käse und Milchprodukten, wie Quark und Joghurt, greifen. Sie sind alle annähernd frei von Purinen. Generell hilft eine mineralstoffreiche Ernährung, den Säure-Basen-Haushalt auszugleichen und überschüssige Säure zu neutralisieren. 

Purinarme Ernährung: einfache Regeln 

Durch kontinuierlich gezielte Ernährung, zum Beispiel mit Hilfe einer Purintabelle, können Sie eventuell ganz auf harnsäuresenkende Medikamente verzichten und sich so durch Ihre Ernährung vor Gicht schützen. Befolgen Sie einfach diese Tipps:

  • Essen Sie weniger Fleisch, Wurst und Innereien.
  • Verzichten Sie auf bestimmte Fischsorten, wie Sardinen, Hering, Thunfisch oder Forelle.
  • Verzichten Sie auf Alkohol
  • Essen Sie Hülsenfrüchte, wie Bohnen, Linsen und Erbsen, nur in Maßen.
  • Trinken Sie mindestens zwei Liter Wasser und Tee täglich. Durch die Flüssigkeit wird die Ausscheidung der Harnsäure über die Nieren gefördert. 
  • Meiden Sie Säfte und Softgetränke! Sie enthalten viel Fruchtzucker, der Gicht begünstigt.
  • Greifen Sie vermehrt zu purinarmen Lebensmitteln, wie Kaffee, Milchprodukte, Reis sowie viel frisches Obst und Gemüse.
  • Achten Sie darauf, ausreichend Vitamin C zu sich zu nehmen. Es hemmt Entzündungen und die Bildung von Harnsäure im Körper.
  • Kochen Sie Lebensmittel besser anstatt sie zu braten. So geht ein Teil der Purine ins Kochwasser über.

Purintabelle: Nahrungsmittel, die Sie bei Gicht meiden sollten 

Meiden: purinreiche Lebensmittel mg/100g
Sprotten 802
Schweinemilz 600
Ölsardinen 480
Forelle 345
Kalbsleber 288
Gänsefleisch 254
Schweineschnitzel 211
Thunfisch in Öl 204
Erbsen 180
Rosenkohl 170
Linsen 160
Rinderfilet 153
Bier, hell mit Alkohol 15
Bier, hell, alkoholfrei

Die folgenden Lebensmittel haben einen mittleren Purinwert und sollten von Gichtpatienten nur in geringen Mengen verzehrt werden:

In Maßen: leicht purinhaltige Lebensmittel mg/100g
Kabeljau 108
Hähnchenschenkel 108
Schweinebauch 96
Scholle 96
Bratwurst 80
Wiener Würstchen 80
Räucheraal 70
Mettwurst 10
Schokolade Vollmilch 10
Spinat 15
Spargel 15
Blutwurst 15

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