USA – Wieder leere Regale: In Supermärkten werden Lebensmittel knapp

Publiziert14. Januar 2022, 04:22

Zu Beginn der Pandemie hatten auch in den USA Hamsterkäufer die Läden leer gekauft. Nicht nur Toilettenpapier wurde zur Mangelware. Nun verschärft sich die Lage aufs Neue – unter anderem wegen Omikron.

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Alle Eier ausverkauft – In den USA herrscht gähnende Leere in den Regalen.

Getty Images via AFPDie Gründe dafür sind vielfältig, natürlich aber vor allem durch Krankheitsausfälle wegen der Omikron-Variante. 

Die Gründe dafür sind vielfältig, natürlich aber vor allem durch Krankheitsausfälle wegen der Omikron-Variante.

AFPAber auch Unwetter verursachen Lieferschwierigkeiten.

Aber auch Unwetter verursachen Lieferschwierigkeiten.

AFP

Die Gemüseabteilung war wie leergefegt, auch beim Geflügel und bei der Milch gab es nur noch eine knappe Auswahl: Für Benjamin Whitely fiel der Gang zum Supermarkt am Dienstag enttäuschend aus. Eigentlich wollte sich der 67-Jährige aus Washington mit Lebensmitteln für das Abendessen eindecken. «Offenbar bin ich für alles zu spät dran», sagte er. «Jetzt muss ich mich anderswo auf die Suche machen.»

Mit diesem Problem ist Whitely nicht allein: In vielen Supermärkten in den USA werden seit einigen Wochen die Bestände knapp. Grund sind die Ausbreitung der hochansteckenden Omikron-Variante des Coronavirus und auch Unwetter. Beide Faktoren haben die Lage für Einzelhändler weiter verschärft, die schon seit Beginn der Pandemie unter Verzögerungen in den Lieferketten und einem Mangel an Arbeitskräften leiden.

Fehlt alles Mögliche vom Fleisch bis zum Müsli

Nun fehlt in vielen Lebensmittelläden landesweit alles Mögliche vom Fleisch bis zum abgepackten Müsli. Normalerweise sind in US-Supermärkten nach Angaben des Handelsverbands Consumer Brands Association im Durchschnitt fünf bis zehn Prozent aller Produkte ausverkauft. Nun betrage diese Rate etwa 15 Prozent.

Für die Verbraucher macht sich das umso deutlicher bemerkbar, da sie in der Pandemie wegen geschlossener Büros und Schulen vermehrt zu Hause essen. Im vergangenen Jahr gab ein Durchschnittshaushalt nach Angaben des Branchenverbands FMI pro Woche 144 Dollar (126 Euro) für Lebensmittel aus. Das war zwar weniger als auf dem Höhepunkt 2020 (161 Dollar), aber immer noch deutlich mehr als 2019 (113,50 Dollar).

Auch ein Mangel an Lastwagenfahrern, der sich bereits vor der Pandemie abzeichnete, bleibt problematisch. Nach Angaben des Fernfahrerverbands vom Oktober fehlen etwa 80’000 Truckerinnen und Trucker und damit so viele wie noch in der Geschichte der USA. Zudem verzögern sich weiterhin Transportlieferungen, was sich unter anderem bei Lebensmittelimporten und Verpackungsmaterial aus dem Ausland bemerkbar macht.

Engpässe auch Wetterbedingt

Unwetter wie Schneestürme im Nordosten des Landes und Waldbrände in Colorado wirken sich ebenfalls auf die Verfügbarkeit von Waren aus. Manche Konsumenten stockten deswegen ihre Vorräte über das normale Mass hinaus auf, zudem kamen einige Lkw-Lieferungen wegen des Winterwetters nicht an.

Über die Frage, wie lange die gefühlte Schnitzeljagd nach Nahrungsmitteln noch andauern wird, sind sich Experten uneins. Verbandsvertreterin Dankert rechnet nach eigenen Worten mit einer baldigen Normalisierung ohne langfristige Knappheiten. Geoff Freeman, Präsident und CEO der Consumer Brands Association, hingegen warnt vor einer Ausweitung der Omikron-bedingten Verzögerungen in der Lebensmittelherstellung.

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(DPA/sys)