Umweltschäden: So viel müssten Lebensmittel eigentlich kosten

Übermäßiges Düngen schadet der Umwelt – und führt zu ökologischen Folgekosten.

Edwin Remsberg via Getty Images

Der konventionelle Lebensmittelanbau schadet häufig der Umwelt. Ökologische Folgekosten sind im Ladenpreis meist nicht einberechnet.

Eine neue Studie kommt zu der Erkenntnis, dass viele Lebensmittel dann deutlich mehr kosten müssen.

Hohe ökologische Folgekosten werden demnach vor allem durch übermäßiges Düngen und chemische Pflanzenmittel verursacht.

Lebensmittel werden aufgrund der Inflation teurer und unterscheiden sich im Preis. Für Bio-Produkte muss meist mehr bezahlt werden als für die herkömmlichen Lebensmittel. Im Preis nicht mit einberechnet: die Folgekosten der Landwirtschaft für Natur und Umwelt. Eine neue Studie zeigt jetzt, dass der Preis vieler konventioneller Lebensmittel fast doppelt so hoch sein müsste.

Durchgeführt wurde die Analyse durch Wirtschaftsingenieurin Amelie Michalke von der Universität Greifswald und Professor Tobias Gaugler von der TU Nürnberg. Ihr Ergebnis: „Wenn man sie auf die Ladenpreise draufschlägt, müsste ein Kilo Hackfleisch aus konventioneller Produktion statt 9,18 Euro eigentlich 18,84 Euro kosten, also doppelt so teuer sein“, wie Gaugler der „Süddeutschen Zeitung“ sagt.

Beim Gouda wären es zum Beispiel 12,94 Euro anstatt 7,98 Euro. Der Unterschied beim Obst und Gemüse fällt dagegen geringer aus. Ein Apfel müsste für 1,87 Euro statt 1,69 Euro je Kilo angeboten werden. Insgesamt betragen die ökologischen Folgekosten der Studie zufolge in Deutschland im Jahr 90 Milliarden Euro. Die tatsächliche Bruttowertschöpfung beträgt nicht einmal ein Viertel davon und liegt bei 21 Milliarden Euro.

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Düngen und Pflanzenmittel sorgen für Umweltschäden

Den größten Preis-Schaden für die Umwelt richtet demnach der Stickstoffverbrauch der Landwirtschaft beim Düngen an. Durch intensives Düngen gelangt der überschüssige Stickstoff in den Boden und wird dort in den Schadstoff Nitrat umgewandelt. Das Nitrat landet im Grundwasser, welches wiederum für viel Geld aufbereitet wird. Die Mehrkosten hierfür sind nicht im Ladenpreis enthalten.

Auch chemische Pflanzenschutzmittel verursachen Umweltschäden. Darunter leidet die Artenvielfalt. Die Wissenschaftler erarbeiten hierzu aktuell einen Parameter, um auch den Artenschwund für die Preisgestaltung der Lebensmittel messbar zu machen. Neben der konventionellen Landwirtschaft sorgt auch der Bio-Anbau für ökologische Folgekosten, allerdings in viel geringerem Maße, wie es in der Studie heißt.

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kh