Turbo für die Abwehrkraft | Nachrichten.at

Es geht schon wieder los: Mit den ersten kühlen Herbsttagen feiern Husten, Halsweh, Heiserkeit und Co. fröhliche Urständ’.

Die gute Nachricht: Pflanzliche Wirkstoffe und ein bewusster Lebensstil können das Immunsystem so stärken, dass der Körper die Herausforderungen der kalten Jahreszeit bewältigen kann. Wie das geht, weiß Monika Aichberger, Vizepräsidentin der oberösterreichischen Apothekerkammer.

Zum einen rät Aichberger zu pflanzlichen Mitteln. “Der Rote Sonnenhut ist seit Jahrzehnten für seine abwehrstärkende Wirkung bekannt.” Auch bei der Südafrikanischen Kapland-Pelargonie seien eine immunstimulierende Wirkung und antibakterielle Effekte nachgewiesen. Der Wirkstoff könne auch schon Kindern ab einem Jahr verabreicht werden. “Die Kapland-Pelargonie kann zum Beispiel als pflanzliche Behandlungsmöglichkeit bei Erkältungen oder Husten oder als Ergänzung bei bakteriellen Infekten verabreicht werden.” Auch Zistrose stärkt die körpereigene Abwehr. Weiters gelten Vitamin C und D3 sowie Zink als Abwehr-Turbo. Letzteres könne in unseren Breiten kaum ausreichend über die Ernährung aufgenommen werden, sagt Aichberger: “Es ist in den Böden zu wenig enthalten.”

Auch ein gesunder Lebensstil stärkt das Immunsystem vorbeugend. Apothekerin Aichberger empfiehlt ausreichend Schlaf, viel Bewegung an der frischen Luft, aber auch Kältereize. “Der Körper braucht die Temperaturschwankungen. Kalt-Warm-Reize haben positive Effekte auf die Gefäße und Abwehrmechanismen.” Daher sei die Sauna eine gute Präventionsmaßnahme – aber nicht für Kranke geeignet.

Außerdem sollte auf feuchte Schleimhäute geachtet werden. “Sie sind die Außenabwehr gegen Krankheitserreger.” Die trockene Raumluft, der die Menschen im Winter verstärkt ausgesetzt sind, lässt die Gefahr der Austrocknung steigen. Dagegen helfen Sprays mit Meersalz, Hyaluronsäure oder speziellen Rotalgenextrakten. Nicht zuletzt hilft eine gesunde Ernährung dem Immunsystem, zum Beispiel mit wärmenden Gewürzen wie Ingwer, Zimt, Koriander und Pfeffer oder mit nahrhaften Eintöpfen und Suppen wie Hühner- oder Rinderbrühen.

Monika Aichberger, Vizepräsidentin der oberösterreichischen Apothekerkammer

Bild: VOLKER WEIHBOLD