Tafelverband: Probleme mit Lebensmittelrettung nehmen zu

Der Dachverband der Sozialorganisation sieht problematische Zeiten auf sich zukommen. «Wir wissen nicht, wie lange wir das noch so bewältigen können», sagte Udo Engelhardt vom Landesverband Tafel Baden-Württemberg der dpa in Stuttgart. Der Verband rettet palettenweise Essen und stellt es den 147 regionalen Tafeln im Land zur Verfügung. Auch in den Regionen selbst wird gesammelt und verteilt.

Schon im Vorjahr habe der Verband Geld vom Land gefordert, um die Tafeln auch weiterhin beliefern und damit unterstützen zu können. Denn die Kosten für Transport, Kühlung und Lagerung sind gestiegen. Die Arbeit im Verein ist bald nicht mehr auf ehrenamtlicher Basis zu stemmen, wie Engelhardt warnte.

Die landesweite Arbeit des Verbandes als Anbieter für die Regionen sei nicht nur schwieriger, sie sei auch wichtiger geworden. Weil regionale Supermärkte ihre Arbeitsweise verbesserten, digitalisierten, und so weniger Lebensmittel verschwendeten, komme weniger Essen direkt bei den einzelnen Tafeln an.

Die Tafel in Pforzheim (Enzkreis) berichtet davon, dass einzelne Menschen in der Pandemie zwar mehr gespendet hätten, andererseits aber Großspender weggebrochen seien. Außerdem schwankt das Angebot nach Angaben der Tafel in Heilbronn je nach Saison erheblich.

Viele Tafeln beobachten außerdem, dass wieder mehr Menschen ihr Angebot in Anspruch nehmen, weil sie ihre Arbeit während der Pandemie verloren haben oder die Preise beim Discounter und an der Tankstelle gestiegen sind, wie eine Sprecherin der Tafel in Schorndorf (Rems-Murr-Kreis) sagte. Diese Probleme im Angebot wolle der Landesverband durch seine Lieferungen eigentlich ausgleichen, sagte Engelhardt.

Die gemeinnützigen Tafeln gibt es in ganz Deutschland. In über 900 Tafeln sammeln und verteilen meist ehrenamtliche Helfer Lebensmittel, die nicht mehr verkauft werden können. Nach außen vertreten und professionell unterstützt werden sie durch die jeweiligen Landesverbände und den bundesweiten Dachverband.

dpa/lsw