Studie: Lebensmittel-Einzelhandel drohen Einbuen durch Online-Handel | Nachricht

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HAMBURG (dpa-AFX) – Dem Lebensmittel-Einzelhandel drohen mit der Verlagerung des Geschfts ins Internet laut einer Studie erhebliche Gewinneinbrche. Anders als im stationren Handel sei der Online-Verkauf von Lebensmitteln derzeit unabhngig von der Art der Zustellung mit Verlusten verbunden, heit es in einer der Deutschen Presse-Agentur vorliegenden Untersuchung des Kreditversicherers Euler Hermes. Da ein Teil der Wertschpfungskette – Kommissionierung und Lieferung – quasi vom Kunden an den Einzelhndler zurckverlagert wird, stiegen die Kosten.

Die Folge: Bei einem durchschnittlichen Betriebsergebnis von 3,7 Prozent fr den Lebensmitteleinzelhandel in Europa geht die Studie davon aus, dass jedes Prozent der Lebensmittelverkufe, das online gettigt wird, einen Gewinn von mindestens 500 Millionen Euro bedroht – sofern die Margen im Online-Lebensmittelhandel bei null liegen, was schon optimistisch sei. Im schlimmsten Fall – bei einer Marge von minus zehn Prozent – knnten die Einbuen auf bis zu 1,9 Milliarden Euro steigen. Euler Hermes untersuchte nach eigenen Angaben die Mrkte in Deutschland, Frankreich, Italien, Spanien und Grobritannien.

“Der Lebensmitteleinzelhandel gehrt ganz eindeutig zu den Krisengewinnern”, sagte Branchenexperte fr den Einzelhandel bei Euler Hermes, Aurlien Duthoit, mit Blick auf das Umsatzplus des vergangenen Jahres von 5,3 Prozent im europischen und 7,9 Prozent im deutschen Lebensmittel-Einzelhandel. Doch sei nicht alles Gold, was glnzt. “Denn die Zunahme beim Onlinehandel drckt auf die Margen und hinterlsst einen bitteren digitalen Beigeschmack.” Derzeit liege der E-Commerce-Anteil in Deutschland bei drei, in Grobritannien bei elf Prozent – Tendenz steigend.

Die deutschen Lebensmittel-Einzelhndler seien bislang relativ zgerlich beim Ausbau ihrer Online-Angebote, so dass sich negative Margen im E-Commerce bisher weniger stark auswirkten, sagte Duthoit. “Aber: Jedes Prozent der Einkufe, das sich ins Internet verschiebt, gefhrdet auch in Deutschland immerhin rund 2,4 Milliarden Euro an Umstzen und Gewinne zwischen 87 und 324 Millionen EUR.” Die Zurckhaltung lasse zudem die Tr weit offen fr neue Anbieter. “Diese knnten knftig genau in die kaum besetzte Online-Lcke stoen und den etablierten Marktteilnehmern das Wasser abgraben.”

Aus Sicht von Euler Hermes sollten Lebensmittel-Einzelhndler sich darauf konzentrieren, ihren Ladenmix anzupassen, digital aufzursten und Partnerschaften mit Playern einzugehen, die voll auf digitale Modelle setzten. “Da ist aktuell Musik drin”, sagte Duthoit unter Verweis auf Lieferspezialisten wie Deliveroo, Delivery Hero oder Gorillas./klm/DP/he