Sorge um die mentale Gesundheit von Japans Jugend

Die letzten Jahre haben vor allem Kindern und Jugendlichen schwer zugesetzt. In Japan ist die Jugend besonders unglücklich. Grund dafür ist aber bei weiten nicht nur die Pandemie, das Problem sitzt deutlich tiefer.

2020 stellte UNICEF in einem Bericht zum Glücksniveau von Kindern fest, dass es der Jugend in Japan überhaupt nicht gut geht. Bei der körperlichen Gesundheit belegte Japan zwar den ersten Platz, beim mentalen Wohlbefinden aber hingegen nur Platz 37 von 38.

Die Jugend im Dauerstress

Von den befragten 15-Jährigen bewerteten nur 62 Prozent ihre Lebenszufriedenheit mit sechs bis zehn Punkten, was als glücklich gilt. Alle anderen wählten fünf oder einen Punkt. Im Vergleich dazu waren beim Spitzenreiter Niederlande 90 Prozent der Kinder glücklich.

Verwunderlich war das Ergebnis nicht. Während seit Jahren allgemein die Suizidrate in Japan sinkt, steigt sie bei Jugendlichen an. Im Schuljahr 2020 haben dazu mehr als 190.000 Kinder an Grund- und Mittelschulen aufgehört, den Unterricht zu besuchen, meistens aus psychischen Gründen.

Dass junge Menschen in Japan so unglücklich sind, hat verschiedene Gründe. Viele stehen unter enormen Leistungsdruck, der von den Eltern ausgeht. Sie sollen die besten Schulen besuchen und anschließend eine angesehen Universität.

Dass schon Grundschulkinder deswegen Nachhilfeschulen besuchen, gehört schon lange zum Alltag der meisten Kinder. Für Freizeit oder Freunde beleibt da oft keine Zeit mehr. Die Universität verspricht für viele dann die Befreiung von den Eltern.

Mobbing in der Schule und im Internet

Das wurde jedoch in den letzten zwei Jahren durch die Pandemie verhindert. Vorlesungen fanden online statt und einige haben in ihren ersten Semestern kein einziges Mal die Universität betreten. Damit gingen auch die Gelegenheiten verloren, Freundschaften zu schließen und das Studentenleben auszukosten. Gleichzeitig wuchs die finanzielle Belastung.

Ein weitere Belastung sind für die Kinder die strengen Schulregeln, die das Ausrücken der eigenen Individualität verhindern, und Mobbing. Zweiteres beschränkt sich dabei nicht nur auf den Klassenraum. Cybermobbing ist mittlerweile ein enormes Problem in Japan, das mit dem Tod von Hana Kimura zuletzt einen traurigen Höhepunkt erreicht hat.

Allgemein möchte sich Japans Jugend, sich frei auszudrücken und einen eigenen Weg gehen zu können. Dazu wünschen sich Jugendliche und Studenten mehr Unterstützung, damit sie weniger mit Dingen wie Schulgebühren belastet werden.