Reiner Calmund: So funktioniert das wirklich mit dem Magenbypass! – Fussball

Der einstige XXL-Manager ist so schlank wie nie!

Reiner Calmund (72) hat sich seit Januar 2020 halbiert, wiegt statt 180 Kilo nur noch 90. In wenigen Wochen jährt sich der wichtige Schritt zu einem neuen Lebensabschnitt bereits zum zweiten Mal.

Calmund zu BILD: „Seitdem führe ich ein neues Leben. Das einzige, was ich bereue an der Geschichte ist, dass ich den Eingriff nicht schon viel früher habe machen lassen.“

Sein Eingriff: eine Magenbypass-Operation.

Bei dem Vorgang wird der Vormagen vom Restmagen abgetrennt und auf den so entstandenen kleinen Vormagen eine Dünndarmschlinge genäht. Insgesamt wird der Magen um 70 bis 80 Prozent kleiner.

Calmund: „Der sorgt dafür, dass die Hauptnahrung an großen Teilen des Magens und Dünndarms vorbei gelenkt wird.“


Foto: Laszlo Pinter

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Reiner Calmund zeigt einer seiner alten Hosen, die früher einmal gepasst haben aber jetzt viel zu groß geworden sindFoto: Laszlo Pinter

Der Eingriff dauerte rund eine Stunde. Die Krankenkasse genehmigte ihn, weil Calmunds Body-Mass-Index über 50 lag (Übergewicht ab 33!). Calli: „Mein OP-Team hat erst bei der OP zwischen Magenschlauch und Bypass entschieden. Nach dem Eingriff musste Calmund fünf Tage in der Klinik bleiben.

Der ehemalige Manager von Bayer Leverkusen (1976 bis 2004) verrät, welche drei Momente ausschlaggebend für den Schritt zur OP waren:

1. Moment: 2009 hatte er mit damals 160 Kilo seine letzte Diät absolviert. „Ich hatte es wieder geschafft 30 Kilo abzunehmen. Danach aber schnell 40 Kilo wieder zugenommen. Ich habe mich geschämt“, sagt Calmund.

2. Moment: 2019 flog er mit seiner Frau und Tochter in die USA. „In San Diego haben sie mir am Flughafen direkt einen Rollstuhl unter den Arsch geschoben und mich damit bis zum Flieger geschoben, später auch zum Mietwagen. Das war mir peinlich. Ich hatte nur gehofft, dass mich keiner erkennt.“

3. Moment: Wenige Monate später traf er Uli Hoeneß vor einem Doppelpass-Besuch in München. Hoeneß riet ihm etwas zu tun. Calli: „Ich bin direkt am nächsten Morgen zu Professor Karcz ins Uni-Kinikum Großhadern. Der sagte mir, dass man in meinem Alter alle Diäten vergessen könne. Es ginge nur über eine Magenverkleinerung.“


Reiner Calmund genießt das Leben mit weniger PfundenFoto: Stephan Pick

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Reiner Calmund genießt das Leben mit weniger PfundenFoto: Stephan Pick

Fünf Monate nach diesem Treffen lag Calmund im Sana-Klinikum Offenbach im OP-Saal von Dr. Norbert Runkel und Dr. Oliver Scheffel.

Was fiel ihm am schwersten?

Calli: „Einen Tage vor der OP hatte ich großes Muffensausen und hab es mit der Angst zu tun bekommen. Ich war damals gerade 71 geworden und bin bis auf eine Mandel-OP als Fünfjähriger Junge mein ganzes Leben nie operiert worden. Die Ärzte haben mir die Angst vor der Anästhesie genommen, mir versichert, dass sie mir helfen werden.“


Reiner Calmund im KrankenhausFoto: Privat

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Reiner Calmund im KrankenhausFoto: Privat

Besonders die Wochen vor dem Eingriff seien für den Genießer schwergefallen. Sie waren seine größte Herausforderung:

„Zwei Wochen vor der OP kriegt man nur Flüssigkeits-Nahrung und Breikost. Auch vier Wochen nach dem Eingriff sollte man eine Flüssigkeits- und Breiphase einhalten. Das war keine einfache Zeit für mich als Leckermäulchen“, verrät er.

Probleme gab es zum Glück keine! Die hätte es nur bei den „Abnehm-Versuchen“ gegeben, die regelmäßig durch den Jo-Jo-Effekt gestört wurden.

Fast zwei Jahre nach der OP zieht Calmund Bilanz: „Nach knapp 10 Monaten hatte ich 68 Kilo abgenommen. Inzwischen sind es 90. Ich habe mein Gesicht halbiert. Und entscheidend ist, dass ich mit Appetit und ohne Hunger abnehme. Ich bin weiter ein Feinschmecker und esse alles, aufgrund der Magenverkleinerung bin ich nur schneller satt.“

Dazu nimmt Calli täglich Nahrungs-Ergänzungsmittel – Calcium und Multivitamin. „Morgens eine Tablette, abends eine und damit ist Feierabend.“

Überwältigt sei von dem großen Zuspruch gewesen, den er erhalten hätte. Calmund abschließend: „Ich kriege viele Zuschriften und beantworte sie alle. Ich empfehle diesen Eingriff jedem, der an seinen Pfunden und dem Jo-Jo-Effekt verzweifelt.“