Nachhaltigkeit: Viele Anregungen in Kitzingen

Der Blick fllt auf das aufgeprgte Datum. Zwei Tage drber. Wer den Joghurt jetzt einfach wegwirft, ohne den Deckel auch nur zu ffnen, macht einen Fehler, denn oft sind Lebensmittel lnger geniebar als es der Aufdruck vermittelt. Man kann sie also essen, statt sie in den Mll zu kippen. Diesen und viele andere Tipps rund um Nachhaltigkeit bei der Ernhrung und im Haushalt gibt es in einer zweitgigen Ausstellung im Amt fr Ernhrung, Landwirtschaft und Forsten (AELF) in Kitzingen.

Reis, Mehl, Eier, Wurst, Kse, Brot: Auf einem Schaubild sind zahlreiche Lebensmittel abgebildet, die wir hufig essen. Wie lange sind sie haltbar? Darum geht es an dieser Station der Ausstellung, die Jana Wagenlnder anlsslich der Nachhaltigkeitswochen im Landkreis Kitzingen in der Lehrkche des AELF aufgebaut hat und die am 28. und 29. Juli jeweils von 10 bis 18 Uhr fr alle interessierten Besucher geffnet ist. „Wir wollen zeigen, was der Verbraucher mit Lebensmitteln machen kann, die abgelaufen sind oder nicht mehr so schn aussehen – und wann er sie wirklich wegwerfen muss.“

Mindesthaltbarkeitsdatum beachten

Abgelaufen – das Wort steht im Sprachgebrauch dafr, dass das Mindesthaltbarkeitsdatum berschritten ist. Das Datum gibt an, wie lange der Hersteller die produktspezifischen Eigenschaften wie Geschmack oder Aussehen garantiert. Es ist nicht mit dem Verfallsdatum gleichzusetzen, das bei leicht verderblichen Lebensmitteln gilt, wie Hackfleisch oder Fisch. An ihnen knnen sich Bakterien bilden, die nicht sichtbar, aber gesundheitsgefhrdend sind. Daher drfen Produkte nach dem Verfallsdatum nicht mehr gegessen werden. Nach dem Mindesthaltbarkeitsdatum schon.

Die Produkte mit abgelaufenem Mindesthaltbarkeitsdatum sind oft noch erstaunlich lange Zeit geniebar. Wie lange, das vermittelt auf dem Schaubild in der Ausstellung ein kleines „+“ und eine Zahl unter dem jeweiligen Bild. Mal sind es Tage, mal gar Jahre. Fnf Tage lnger ist zum Beispiel ein Joghurt haltbar, zehn Tage knnen es beim Kse sein, eine Woche bei der Milch, ein ganzes Jahr bei Mehl und Reis. „Man muss das sensorisch testen“, sagt Jana Wagenlnder. Sprich: Anschauen, riechen, vorsichtig probieren. Kommt einem etwas komisch vor, muss das Produkt entsorgt werden. Ansonsten aber ist der Genuss durchaus noch mglich.

Zehn goldene Regeln

Auf einem Tisch vor der Tafel liegen Karotten, Pfirsiche, Kartoffeln, ein Ei und Schokolade, da steht ein Joghurt und Milch sowie ein Schlchen Haferflocken. Zum Ausstellungsbeginn am 28. Juli wird einiges davon nicht mehr schn aussehen, der Pfirsich wird Flecken haben, die Kartoffeln runzelig sein, der Deckel des Joghurts sich wlben… Vor den Lebensmitteln liegen kleine Karten mit der Aufschrift „(Un-)Geniebar“. Die Besucher sollen berlegen: Darf man das noch essen? Die Antwort gibt es auf der Rckseite der Karte.

Abgelaufene Lebensmittel nicht mehr direkt zu entsorgen, sondern erst mal zu prfen, das ist eine der zehn goldenen Regeln gegen Lebensmittelverschwendung, ber die eine weitere Schautafel informiert. Zudem knnen sich Besucher eine App herunterladen, die ber 500 Rezepte fr die Verwendung von Lebensmittelresten verrt.

In der Ausstellung geht es aber nicht nur um nachhaltigen Konsum. Auch der Klimaschutz spielt eine Rolle. So gibt es im nchsten Raum viele Informationen zum nachhaltigen Waschen: Wie viel – oder besser wie wenig – Waschmittel braucht es wirklich, um die Wsche zu reinigen? Wie lsst sich Wasser, Strom und CO2 sparen, wenn man die Waschmaschine richtig fllt, den Trockner seltener oder gar nicht benutzt? Wieviel Geld lsst sich damit einsparen? Welche Tricks gibt es, um das Bgeln zu erleichtern und damit wiederum Strom zu sparen?

Schule frs Leben

Das breite Angebot an nachhaltiger Bildung durch das Amt fr Ernhrung, Landwirtschaft und Forsten wird in der Ausstellung einen Stock hher vorgestellt, unter anderem die Hauswirtschaftsschule, in der im September wieder das Ausbildungssemester startet, informiert Thea Schlesinger. Und auch in den Schulen im Landkreis ist die Behrden sehr aktiv, oft in Zusammenarbeit mit rtlichen Landwirten. Zahlreiche Angebote der „Schule frs Leben“ vermitteln Alltagskompetenz in den Themenfeldern Lebensmittel (Erzeugung, Verarbeitung, Ernhrung), Hauswirtschaft (Verbraucherwissen), Landwirtschaft sowie Wald und Forst. Die Angebote gelten fr verschiedene Zielgruppen von der Grundschule bis zur Oberstufe an Gymnasien. Dabei lernen die Schler heimische Lebensmittel kennen, erfahren, wie sich ihr persnliches Verhalten auf die Umwelt auswirkt, drfen selbst bei der Herstellung hochwertiger Lebensmittel mit anpacken, trainieren ihre Sinne, um die Qualitt von Lebensmitteln zu beurteilen, unternehmen Fhrungen im Wald und vieles mehr. Die Ausstellung in Kitzingen gibt auch einen Einblick in dieses vielfltige Programm – und zwar exemplarisch mit dem Projekt „Erlebnis Bauernhof“. Die groen und kleinen Besucher finden dort viele unterhaltsam aufbereitete Informationen und spannende Mitmachaktionen rund um die Tiere auf dem Bauernhof, die landwirtschaftlichen Erzeugnisse und die Maschinen, mit denen auf den Feldern gearbeitet wird.

Info: Die Ausstellung zur Nachhaltigkeit im Amt fr Ernhrung, Landwirtschaft und Forsten Kitzingen, Mainbernheimer Strae 101, ist am 28. und 29. Juli jeweils von 10 bis 18 Uhr geffnet. Eine Anmeldung ist nicht ntig.