Mit Eigenblut und Ernährung Schmerzen nach der Weisheitszahn-Operation lindern

Sehr viele Erwachsene haben sie schon hinter sich gebracht: Die Entfernung von Weisheitszähnen gehört zu den häufigsten ambulanten Operationen in Deutschland. Die Weisheitszähne liegen ganz hinten im Kiefer und brechen meist erst ab dem Jugendalter durch. Das Problem: Da das restliche Gebiss schon voll ausgebildet ist, finden sie häufig keinen Platz. Manche Weisheitszähne bleiben gewissermaßen einfach im Kiefer stecken. Entzündet sich dann das Zahnfleisch oder entsteht Karies, müssen die Zähne gezogen oder sogar operativ entfernt werden.

Eigenblut für bessere Wundheilung

Wenn Weisheitszähne aus dem Kiefer geholt werden müssen, kann die Zahn-OP zu einem komplexeren Eingriff werden. Die Heilung kann dann schmerzhaft sein und einige Wochen beanspruchen. Doch der Heilungsprozess ließe sich mit einer recht neuen Behandlungsmethode beschleunigen, sagen die Fachleute der Deutschen Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG). Sie empfehlen den Einsatz von Eigenblut, um die Wundheilung zu verbessern.

Manchmal kann ein Weisheitszahn wie jeder andere Zahn einfach gezogen werden. Wenn er allerdings noch im Kiefer verborgen liegt, ist eine ambulante Operation erforderlich.

Dr. Julius Steegmann, DGMKG

Der Berufsverband sieht nach eigenen Angaben großes Potential im Einsatz von Eigenblut in Form einer sogenannten PRF-Matrix. Die fördere den Heilungsprozess und verkürze damit auch die Dauer, erläutert Steegmann. Aber was ist eine PRF-Matrix? PRF steht für Platelet-Rich Fibrin – also plättchenreiche Fibrinmatrix. Dahinter steckt ein Verfahren, mit dem Blutplättchen aus dem eigenen Blut des Patienten extrahiert werden können. Dazu wird etwas Blut entnommen und in eine Zentrifuge gegeben. In mehreren Schritten werden so entzündungshemmende Zellen gewonnen und sogenannte Wachstumsfaktoren konzentriert. So entsteht ein Eigenblut-Extrakt, das ohne Zusatzstoffe auskommt. Im Prinzip sind das genau die Stoffe im Blut, die auch bei der Wundheilung zum Einsatz kommen, wenn wir zum Beispiel hinfallen und uns verletzen.

Das Material kann nach der Weisheitszahn-OP in die Wunde eingelegt werden, damit das Gewebe schneller abheilt. Die PRF-Matrix kann aber auch in flüssiger Form in den Kiefer gespritzt werden. Das sorge vor allem auch für weniger Schmerzen im Nachgang der Operation.

Ruhe und die richtige Ernährung

Generell, so raten die Fachleute des Berufsverbandes, sollten Patientinnen und Patienten nach der Weisheitszahn-OP eine Ruhephase von ein paar Tagen einlegen. Erst dann sollte wieder mit leichter Bewegung wie etwa Spaziergängen begonnen werden. Im Nachgang der Operation sind Steegmann zufolge Aktivitäten wie Walken, Radfahren und Joggen empfehlenswert. Auf Sportarten wie zum Beispiel Fußball, Basketball oder Turnen sollte man dagegen noch etwas länger verzichten.

Auch sonst können die Betroffenen ihren Teil dazu beitragen, dass es mit der Heilung schneller voran geht. Zunächst sei es wichtig, die Wange regelmäßig zu kühlen und ausreichend zu trinken. Hier wird etwa kalter grüner Tee empfohlen. Und auch eine gute Mundhygiene sowie der Verzicht auf das Rauchen seien zu empfehlen.

Wasser ist der günstigste, einfachste und effektivste Weg, den Stoffwechsel zu optimieren und das Maximum an möglicher Heilungskraft aus dem Körper herauszuholen.

Dr. Julius Steegmann, DGMKG

Und nicht zuletzt kommt es auch auf die richtige Ernährung an, sagt DGMKG-Experte Steegmann: “Spinat, Brokkoli, Grünkohl, fetter Fisch wie Lachs, Hering und Forelle sowie anfangs eventuell milder Babybrei sind besonders empfehlenswert.” Verzichten sollten Betroffene nach der Weisheitszahn-OP dagegen auf Alkohol, Koffein, schwarzen Tee oder Energy Drinks sowie scharfes und stark gewürztes Essen.