Migräne-Studie: Diese Ernährung hilft gegen die Kopfschmerzen


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Eine neue Studie hat untersucht, ob die Ernährung von Migränepatienten Auswirkungen auf die Schmerzen haben kann.

Das Forschungsteam hat herausgefunden: Wer viele Omega-3-Fettsäuren und wenig Omega-5-Fettsäuren isst, kann die Kopfschmerzattacken lindern.

Omega 3 ist in Lebensmitteln wie Fisch, Avocado und Leinöl enthalten.

Eine neue Untersuchung, die von dem amerikanischen National Institutes of Health unterstützt wurde, kam zu dem Schluss, dass eine fisch- und pflanzenreiche Ernährung mit viel Omega-3-Fettsäuren und wenig Omega-6-Fettsäuren, gegen Migräne hilft. 

Gesunde Omega-3 Fettsäuren galten schon lange als Schmerzkiller, besonders bei Menschen, die an Gelenkproblemen leiden wie Knie-, Hüft-, Nacken oder Rückenschmerzen. Die Fette sind besonders in bestimmten Fischen enthalten, aber auch in zahlreichen pflanzlichen Nahrungsmitteln wie Avocado.

So schildert die 58-jährige Tanya Kamka, die an der Studie teilgenommen hat, der New York Times, dass sie früher einmal pro Woche an Migräne gelitten hat. „Jedes Mal, wenn ich Migräne bekommen habe, hat es mich für drei oder vier Tage ausgeknockt“, so Kamka. „Ich konnte oft wegen meiner Migräne nicht zur Arbeit gehen.“

Vor ein paar Jahren hat sie mit 181 weiteren Probanden, die mehrmals im Monat an Migräne litten, an einer Patientenstudie teilgenommen. Ziel der Untersuchung war es herauszufinden, ob eine bestimmte Ernährung die Kopfschmerzattacken lindern könne. Im Juli veröffentlichten das Forschungsteam die Studie im British Medical Journal. Tanya Kamka wurde derjenigen Gruppe zugeteilt, die eine Ernährung reich an Omega-3 Fettsäuren und mit wenig Omega-6-Fettsäuen erhielt.

Lieber Fisch statt Chicken Wings

Das Ergebnis war verblüffend. Nach ein paar Monaten fischreicher und Omega-6-armer Kost waren ihre Migräneattacken verschwunden. Auch andere Probanden ihrer Gruppe freuten sich über nachlassende Kopfschmerzen. Obwohl die Studie nach 16 Wochen endete, behielt Kamka die neue Ernährungsweise bei. Sie isst kein Sonnenblumenöl mehr, kein frittiertes Chicken Wings, Pommes, oder Chips.

Omega-3 und Omega-6 sind essenzielle Fettsäuren, die der Körper nicht selbst bilden kann. Deswegen müssen wir sie mit der Nahrung zu uns nehmen. Omega 3 kommt in Fischen vor wie zum Beispiel Forelle, Hering, Kabeljau, Sardinen, Makrele oder Lachs. Besonders viel von dieser Fettsäure ist in Leinöl enthalten. Aber auch Spinat, Hummus, Bohnen, Rosenkohl, Avocados, Walnüsse, Mandeln, Soja oder Chiasamen enthalten große Mengen dieser mehrfach ungesättigten Fettsäuren. 

Omega-6-Fettsäuren kommen in zahlreichen anderen pflanzlichen Ölen wie Sonnenblumenöl oder Distelöl vor. Diese solltet ihr also meiden, wenn ihr an Migräne leidet. Olivenöl ist eine bessere Alternative, denn es enthält weniger Omega-6-Fettsäuren.

Alle in Sonnenblumenöl frittierte Speisen wie Chips, Pommes, Fleisch mit frittierter Oberfläche wie Schnitzel, Chicken Wings oder in Öl gebratene Bratwürstchen sind voller Omega-6-Fettsäuren. Bei Menschen, deren Gelenke zu Verschleiß neigen, können sie Schmerzen auslösen, da ein Übermaß an Omega-6-Fettsäuren Entzündungsreaktionen im Körper hervorrufen und so den Schmerz triggern können.

Seit zwei Jahren keine Schmerzen mehr

Die Forscher der Studie nahmen den Probanden Blutproben ab. Sie stellten fest, dass nach einer Zeit bei den Studienteilnehmern, die sich wie Tanya Kamka mit viel Fisch ernährten, erhöhte Werte von Oxylipinen zu messen waren. Dieser Stoff gilt als körpereigenes Schmerzmittel, auch für Patienten mit Gelenkschmerzen. Insofern passen die Ergebnisse bei den Migränepatienten dazu, dass die gleiche Art von Ernährung auch Menschen hilft, die von Gelenkschmerzen betroffen sind. 

Die Probandin Kamka war überrascht, dass eine derart simple Lebensstilveränderung diesen Effekt brachte. „Ich hatte seit zwei Jahren keine Migräne mehr, nicht einmal eine leichte“, erzählt die Frau.

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