Lebensmittel: Bürger und Supermarktketten sparen an heimischem Spargel


Viele Verbraucher in Deutschland sind dafür bekannt, bei Lebensmitteln am liebsten billig einzukaufen. In Krisenzeiten verstärkt sich die Neigung – und das spüren die heimischen Bauern.

Bayerns Spargelbauern sind in doppelter Hinsicht zu Leidtragenden von hoher Inflation und Krisenstimmung geworden: Viele Betriebe haben in diesem Jahr weit weniger Spargel abgesetzt als erhofft, zudem steigen die Produktionskosten. Deswegen haben viele Höfe die Saison früher beendet als üblich und gar nicht alle Stangen geerntet, wie es beim fränkischen Spargelerzeugerverband heißt. Die Lieferungen an den Lebensmitteleinzelhandel seien um 30 bis 60 Prozent zurückgegangen, antwortete Verbandschefin Miriam Adel auf eine Anfrage.

Die Spargelsaison endet offiziell alljährlich zum Johannistag am 24. Juni, auch wenn das tatsächliche Datum von Wetter und Absatz abhängt. In Franken sitzt mit etwa 160 Spargelhöfen gut die Hälfte der bayerischen Betriebe, allerdings sind die Höfe im Schnitt kleiner als in den anderen Regionen Bayerns. Die Lage ist überall vergleichbar, auch außerhalb des Freistaats gab es in den vergangenen Wochen Klagen über mangelnden Absatz. Eine Ursache ist demnach angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten, dass viele Menschen lieber billigeren importierten Spargel kauften.