Kreidezähne: Ernährung, Zahnpflege und Co.: Woher kommen Kreidezähne bei Kindern?

Kreidezähne sind nach Karies die bedeutendste Zahnerkrankung bei Kindern. Laut Zahnreport der Krankenkasse Barmer sind in Baden-Württemberg 7,7 Prozent der 6- bis 9-Jährigen betroffen. Das wären fast 28.000 Kinder. Im Kreis Reutlingen ist die Betroffenenquote mit 7,3 Prozent etwas niedriger.

„Wer sie einmal hat, hat sie für immer“

„Tatsächlich dürften aber mehr Kinder Kreidezähne haben. Denn diese Zahnkrankheit ist irreversibel. Wer sie einmal hat, hat sie für immer. Sie kommt also auch bei Älteren vor“, sagt Sammy Egetemair, Regionalgeschäftsführer der Krankenkasse Barmer in Reutlingen. Im benachbarten Landkreis Tübingen seien rund 5,6 Prozent und damit weniger Kinder betroffen. In Baden-Württemberg habe man eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation, so der Fachbegriff für Kreidezähne, am häufigsten bei Kindern in Ulm festgestellt (12,2 Prozent).

Zusammenhang von Antibiotika und Kreidezähnen

Bei Kreidezähnen ist die Mineralisation des Zahnschmelzes gestört. Die Zähne sind verfärbt und fleckig, sie sind oft schmerzempfindlich und so weich, dass sie schließlich bröckeln. Meistens sind die bleibenden Backen- und Schneidezähne betroffen. Über die Ursachen wird viel diskutiert. Den Ergebnissen des Zahnreports zur Folge gibt es einen Zusammenhang zwischen der Einnahme von Antibiotika und der Entstehung von Kreidezähnen.

„Die Eltern der betroffenen Kinder haben bei der Zahnpflege der Kleinen nichts falsch gemacht“

Kindern mit Kreidezähnen wurden in den ersten vier Lebensjahren gut zehn Prozent mehr gängige Antibiotika verordnet als Gleichaltrigen ohne Kreidezähnen. Wie genau Antibiotika die Entstehung von Kreidezähnen fördern, sei noch unklar. Fakt ist aber, dass die Zähne schon geschädigt sind, bevor sie durchbrechen. Das macht eine Prävention nahezu unmöglich. Egetemair: „Ernährung und Mundhygiene haben keinen Einfluss auf die Entstehung von Kreidezähnen. Die Eltern der betroffenen Kinder haben bei der Zahnpflege der Kleinen also nichts falsch gemacht.“