Keiner isst wie Robert Lewandowski: Wie ernähren sich Sportler im Kreis Soest?

Robert Lewandowski ist Vorbild in Sachen richtiger Ernährung – aber wie halten es die Sportler im Kreis Soest? Es gibt viel guten Willen, aber auch Realismus.

Kreis Soest – Robert Lewandowski ist in der vergangenen Woche mit dem „Goldenen Schuh“ als erfolgreichster Angreifer Europas ausgezeichnet worden. Der 33-jährige Pole, der zudem den Uralt-Torrekord von Gerd Müller aus dem Jahr 1971/72 mit 41 Toren geknackt hatte, führte dafür auch als Begründung an, dass er weitgehend von Verletzungen verschont geblieben sei.

Name Robert Lewandowski
Geboren 21. August 1988, Warschau (Polen)
Größe 1,85 Meter

Keiner isst wie Lewandowski: Haferbrei, Gemüse-Spaghetti, Hirse, Fisch und Fleisch

„Ich fühle mich sehr gut, habe die besten Werte, die ich je hatte. Ich weiß, dass ich mit meinem Körper noch Jahre auf Top-Niveau spielen kann“, sagte der Nationalspieler.

Im Hause Lewandowski gibt es kein Fast Food oder frittierte Lebensmittel. Dazu verzichtet das Paar auch auf Laktose und Weizenmehl, Lewandowski trinkt zudem seit Jahren keine Kuhmilch mehr. Dafür steht der klassische Haferbrei, Gemüse-Spaghetti oder auch Hirse weit oben auf dem Essensplan und auch Fleisch und Fisch.

Ist eine bewusste Ernährung auch bei Amateurfußballern ein Thema? Heiko Hofmann, Trainer des Landesligisten SV Hilbeck, erinnert sich an eine Ernährungsberatung vor einem Jahr in der Kochschule von Vereinsgönner Dieter Bethlehem. „Da gab es Tipps, wie man sich bewusster ernähren kann. Die Umsetzung ist aber oft nicht so, wie man es sich vorstellen könnte, auch welchen Gründen auch immer. Wir können es nur anbieten, aber man kann es ja auch nicht kontrollieren“, sagt der A-Lizenzler.

Bewusste Ernährung in der Kreisliga A? „Auf gar keinen Fall. Das ist nicht umsetzbar“, sagt Dominik Koch, Spielertrainer von BW Büderich, die immerhin nach vier Siegen in Folge Tabellendritter sind. „Nach den Spielen fahren die Jungs zu McDonald’s. Es werden auch keine Smoothies getrunken, sondern Bier. Wir spielen in der Kreisliga A, das ist unser Hobby.“

So kocht man gesund: In der Vorbereitung besucht der SV Hilbeck jedes Jahr die Kochschule von Vereinsgönner Dieter Bethlehem, dort gibt es Tipps für eine vernünftige Sportler-Ernährung. Hier ein Bild aus dem Juli 2019.

© Dirk Wilms

Keiner isst wie Lewandowski: Gute Ernährung hilft gegen Verletzungen

Alex Ninkovic vom Kreisliga-Rivalen SC Lippetal sagt hingegen: „Wir haben das auf unserer Themenliste, hatten aber zuletzt andere Sorgen mit den vielen Verletzten. Mit der richtigen Ernährung kann man den Körper stärken, wir wollen das nutzen, um auch Verletzungen vorzubeugen. Nicht nur die Zusammensetzung des Essens, sondern auch der Zeitpunkt ist entscheidend. Das hat alles – wie auch das richtige Schlafverhalten – Einfluss auf den Fitnesszustand der Spieler.“

„Einen Ernährungscoach haben wir nicht, auch keinen anderen externen Experten“, sagt Ibou Mbaye, Trainer des Bezirksliga-Spitzenreiters SVW Soest. Allerdings sei das Thema Ernährung vorhanden: „Wir reden mit den Jungs darüber, sie wissen alle, wie sie sich ordentlich ernähren. Ich habe nicht den Eindruck, dass es diesbezüglich bei uns ein Problem gibt. Bei uns sind alle Spieler durchtrainiert, besuchen ein Fitnessstudio.“ Auf dem Niveau, auf dem sich die Soester bewegten, seien andere Dinge wichtiger wie beispielsweise Athletik-Training. Auch achteten Mbaye und sein Trainerteam auf Erholung der Spieler und dass sie genug Wasser trinken.

Nachtisch kann gesund sein: Hilbecks Co-Trainer Kai Niggemann und Daniel Freitag stellen einen für die Mannschaft im Rahmen der Ernährungsschulung her.

© Dirk Wilms

Achim Hering, Trainer des Soester Liga-Rivalen SC Sönnern, kennt beide Seiten: „Wir haben einen Spieler bei uns, der durch das familiäre Umfeld seine Ernährung umgestellt hat. Er ist mittlerweile so fit wie nie.“ Er kennt aber auch die andere Seite: „Dafür haben wir andere Spieler, die Verlezungsprobleme haben -– und da kann man vermuten, dass dies auch mit der Ernährung zusammenhängt“, sagt Hering. Aber das Positivbeispiel für die anderen herausheben? „Das ist absolut nicht meine Baustelle“, sagt der SCS-Coach.

Auf die richtige Ernährung kommt es auch bei den Handball-Leistungssportlern vom Soester TV an. „Meine Spieler achten selbst darauf, dass sie sich rund um Training und Spiel gesund ernähren. Sie wissen alle, was förderlich ist und was nicht“, berichtet Trainer Max Loer. Einen echten Ernährungsfachmann haben die STV-Handballer nicht in der Hinterhand, dass das so bleibt, will Loer aber nicht bestätigen: „Wir haben über einen Ernährungscoach schon nachgedacht, aber bisher haben wir das noch nicht umgesetzt.“

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