KASTNER Gruppe: Lebensmittel-Großhandel droht Ausverkauf in Österreich

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· Internationaler Konzern plant Übernahme von neun AGM Großmärkten in Österreich und weiteren Ausbau der marktbeherrschenden Stellung. Bundeswettbewerbsbehörde vor wichtiger Entscheidung für regionale Produkte und Preise.
· KASTNER Gruppe plädiert für österreichische Lösungen im Lebensmittelgroßhandel zum Wohl der österreichischen Bäuer*innen, Lieferant*innen, Produzent*innen sowie Konsument*innen und fordert ein Verbot der geplanten Übernahme durch METRO.

Der multinationale Lebensmittelkonzern METRO hat sich mit ADEG (REWE Group) auf die Übernahme von neun Standorten der C&C Abholgroßmärkte (AGM) geeinigt. Sollte dieser Deal von der Bundeswettbewerbsbehörde genehmigt werden, droht Ungemach für den heimischen Lebensmittelgroßhandel, für Produzent*innen, Lieferant*innen, Großkund*innen und Endverbraucher*innen.

Christof Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der KASTNER Gruppe

Bereits jetzt gibt es nur mehr insgesamt sechs namhafte Lebensmittelgroßhändler in Österreich (Metro, AGM, Transgourmet, Kastner, Wedl, Eurogast). Marktführer sind die beiden internationalen Konzerne Metro und Transgourmet, mit jeweils ca. 30 Milliarden Euro Umsatz. Dazu kommen mittelständische österreichische Unternehmen, wie zum Beispiel die KASTNER Gruppe, ein seit 1828 eigentümergeführter Lebensmittelgroßhändler mit 900 Arbeitsplätzen, an sieben Standorten in Österreich. „Bei einer Übernahme der AGM Großmärkte durch METRO drohen gleich mehrere Probleme für österreichische Produzent*innen und Konsument*innen“, so Christof Kastner, geschäftsführender Gesellschafter der KASTNER Gruppe.

Eingeschränkter Wettbewerb, Preissteigerungen und Sortimentsverarmung
„Es droht ein Dominoeffekt, der die wenigen verbliebenen österreichischen mittelständischen Unternehmen einen nach dem anderen zum Aufgeben zwingt. Durch die weitere Verschärfung der bereits jetzt bestehenden Schieflage zugunsten der internationalen Konzerne droht Österreich ein fremdbestimmtes Oligopol beim Lebensmittelgroßhandel, wo dann der Hauptfokus auf Gewinnmargen liegt, zulasten von Regionalität und Nachhaltigkeit“, warnt Kastner und erklärt: „Wenn nur mehr die großen Konzerne die Preise diktieren, kann man sich vorstellen, was das für österreichische Bäuer*innen und Produzent*innen bedeutet. Dass Großkunden, wie die öffentliche Hand, aber auch Konsument*innen dann billigere Preise erwarten können, ist wohl Wunschdenken. Es ist eine Binsenweisheit, dass die Preise steigen, wenn die Anbieter sinken.“

Es ist davon auszugehen, dass die angebotene Produktvielfalt einer Sortimentsentscheidung auf Basis von Gewinnoptimierungen weichen muss. Ob österreichische Bäuer*innen im internationalen Preiswettbewerb dabei mithalten können, ist mehr als fraglich; genauso fraglich wie die Qualität bei Lebensmitteln, die dann mittelfristig angeboten wird. „Wir wollen eine österreichische Lösung für die neun AGM Großmärkte und sind gesprächsbereit, unseren Beitrag zu leisten“, appelliert Kastner an die heimische Politik und die Bundeswettbewerbsbehörde. „Außerdem sehen wir auch aus juristischer Sicht eine rechtliche Unzulässigkeit für die geplante Übernahme“, so Kastner abschließend.

Foto: Abdruck honorarfrei © Stephan Huger

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