Käse ohne Milch: Was ist drin in der veganen Alternative?

Veganer Käseersatz liegt im Trend. In den vergangenen Jahren ist Angebot und Nachfrage gewachsen. Auch klassische Supermärkte haben nun einige Sorten im Programm.

Bild: DPA | Pauline Willrodt

Vegane Lebensmittel sind im Trend – das gilt auch für Käse-Ersatz. Die Auswahl wird größer, der Geschmack echter. Aber kann man den Ersatz bedenkenlos essen?

Ja, sagen die Ernährungsexpertinnen der Verbraucherzentrale Bremen. Sie haben kürzlich 43 verschiedene vegane Käsevarianten unter die Lupe genommen. Klar ist: Auch wenn Geschmack, Geruch und Optik immer dichter an echten Käse herankommen, der vegane Käse-Ersatz ist ein völlig anderes Lebensmittel. “Außer gesättigten Fettsäuren hat es nichts mit Käse und den Inhaltsstoffen zu tun – vor allem nicht mit den positiven Inhaltsstoffen”, sagt Sonja Pannenbecker von der Verbraucherzentrale Bremen.

Fett und Kalorienanzahl sind ähnlich zu normalem Käse, doch durch die Milch fehlt unter anderem das wichtige Kalzium. Ein veganer Käse bestehe hauptsächlich aus Wasser, Stärke und Fett, so Pannenbecker. Kokosöl ist dabei ein beliebter Fettträger. Das Problem: In Kokosöl sind viele gesättigte Fettsäuren enthalten, die man nur in Maßen zu sich nehmen sollte. Allerdings: Auch Milchprodukte bestehen zum Teil aus gesättigten Fettsäuren, bei den veganen Ersatzprodukten sei der Anteil aber meist etwas höher, so die Verbraucherzentrale. Aromen und Kräuter helfen nach, den Käse-Ersatz zu würzen, dazu kommen bei einigen Produkten färbende Lebensmittel und Farbstoffe.

Ersatzprodukte: Angebot und Nachfrage steigen

Aus ernährungsphysiologischer Sicht ist der vegane Käse – der sich übrigens nicht “Käse” nennen darf – kein Produkt, das dem Körper besonders wichtige Bestandteile liefert. Muss er aber auch nicht, findet die Expertin. “Es ist eben ein Brotbelag”. Dennoch empfiehlt Sonja Pannenbecker Veganern eher Brotaufstriche aus Gemüse oder aus Hülsenfrüchten. “Da sind viel mehr sinnvolle Inhaltsstoffe drin.”

Die Nachfrage nach Ersatzprodukten steigt. Denn auch der Anteil von Vegetariern und Veganer nahm zuletzt zu. Zehn Prozent der Menschen in Deutschland ernähren sich vegetarisch, zwei Prozent vegan. 2016 waren es noch 0,8 Prozent. Das hat der Ernährungsreport 2021 auf Basis einer repräsentativen Umfrage ermittelt. Zu vegetarischen oder veganen Ersatzprodukten greifen die Verbraucher demnach zu 71 Prozent aus Neugier, zu 59 Prozent aus Tierschutzgründen und zu 54 Prozent, weil es gut für Klima und Umwelt ist. Insbesondere jüngere Menschen kaufen solche Ersatzprodukte. Und die schmecken immer mehr nach echtem Käse.

Bei einem kleinen Test von buten un binnen auf dem Bremer Marktplatz fanden viele Passanten den veganen Käseersatz erstaunlich “käsig”, eine Probandin hielt ihn sogar für den echten Käse. Lediglich der vegane Camembert aus Cashewnüssen kam nicht gut an.

Ein Teller mit Salat drauf und Fleischstücken oben drauf.


Bild: Radio Bremen


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Dieses Thema im Programm:
buten un binnen, 26. Oktober 2021, 19:30 Uhr