Ist diese Abnehmmethode wirklich gesund?

Kann ich mit der Rohkostdiät abnehmen?

Grundsätzlich: ja. Mit dieser Diät lassen sich sehr viele Kalorien einsparen. In der bisher wohl umfangreichsten Studie der Justus-Liebig-Universität in Gießen wurden rund 200 Männer und Frauen im Alter von 25 bis 64 Jahren untersucht, die sich zuvor 14 Monate lang mindestens zu 70 Prozent von Rohkost ernährt hatten. Das Ergebnis: 57% der Teilnehmenden hatten durch die Rohkost Untergewicht entwickelt. Im Durchschnitt nahmen Männer zehn Kilogramm und Frauen zwölf Kilogramm über einen Zeitraum von vier Jahren ab. Wer Gewicht verlieren möchte, sollte also keine reine Rohkostdiät machen, sondern eher auf eine generelle Ernährungsumstellung setzen. Trotzdem kannst du dich von der Rohkosternährung inspirieren lassen und ab und zu etwas Rohkost in deine Ernährung einbeziehen.

Nachteile einer Rohkostdiät

Ein Nachteil der Rohkostdiät ist uns bereits bekannt: die Gefahr des Untergewichts. Aber es gibt noch weitere:

  • Die Gießener Studie ergab, dass die Teilnehmenden bei einer Ernährung mit Rohkost einen Mangel an Vitamin D, B2 und B12 hatten. Diese Nährstoffe kommen hauptsächlich in Getreideprodukten oder tierischen Lebensmitteln vor. Auch ein Mangel an den Mineralstoffen Zink, Eisen, Magnesium, Calcium und Jod wurde festgestellt
  • Eine ausgewogene Ernährung, die alle wichtigen Makro- und Mikronährstoffe enthält, ist durch reine Rohkost nicht möglich. Mangelerscheinungen können auftreten. Wer sich nur von Rohkost ernährt, sollte Nahrungsergänzungsmittel zu sich nehmen. 
  • Einige rohe Lebensmittel wie Eier führen dazu, dass dem Körper Vitamine entzogen werden. Der darin enthaltene Stoff Avidin bindet sich im Körper mit Vitamin B7, sodass es zum Biotinmangel kommt.
  • Man darf nicht jedes Gemüse roh verzehren. Einige Lebensmittel sind als Rohkost sogar giftig. Darunter fallen Bohnen, Sojabohnen, Linsen und Kichererbsen. Isst man sie roh, können die roten Blutkörperchen verklumpen. Auch größere Mengen an rohen Kartoffeln können gefährlich sein (und sind abgesehen davon ungenießbar). Rohes Fleisch ist besonders für Schwangere, Kinder und Personen mit schwacher Immunabwehr gefährlich. Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung warnt, dass rohe tierische Lebensmittel oft mit Krankheitserregern belastet sind. Bevor du Rohkost zu dir nimmst, musst du dich vorher also gut informieren.

Hast du schon von der Dopamin-Diät oder der TLC Diät gehört? Beide sind darauf ausgelegt, einen gesünderen und insbesondere glücklicheren Lebensstil zu pflegen.

Vorteile einer Rohkostdiät

Trotzdem bringt die Rohkostdiät auch einige Vorteile mit sich:

  • Wenn man sich von viel Rohkost ernährt, bekommt der Körper wichtige Antioxidantien, die eine gesundheitsfördernde Wirkung haben.
  • Der Vitamingehalt pflanzlicher Lebensmittel ist im Rohzustand tatsächlich am höchsten, wie zum Beispiel bei Vitamin C. Es wird unter anderem zum Aufbau von Zähnen, Knochen und Bindegewebe benötigt.
  • Rohkost ist alltagstauglich: Suppen, Salate oder Gemüsesticks sind einfach herzustellen.
  • Chronische Darmträgheiten, Verstopfungen oder andere Verdauungsprobleme können durch Rohkost gelindert werden.
  • Durch die vielen Ballaststoffe sättigt rohes Obst und Gemüse sehr gut.
  • Es muss kein strenger Diätplan aufgestellt werden oder ein Diätprogramm durchgezogen werden, da die durchschnittliche Zahl der am Tag aufgenommenen Kalorien durch reine Rohkost ohnehin schon gesenkt wird. Abnehmen ist relativ einfach.

Ist Rohkost nun gesund oder ungesund?

Ob der hohe Verzehr von Rohkost nun gut für den Körper ist oder ihm eher schadet, lässt sich pauschal nicht beantworten. Grundsätzlich ist aber davon abzuraten, sich ausschließlich von rohen Lebensmitteln wie Obst und Gemüse zu ernähren, da es sonst zu Mangelerscheinungen kommen kann. Man kann zwar mit Rohkost abnehmen, aber es ist sinnvoller, nur einen Teil seiner Ernährung auf Rohkost umzustellen – etwa in Form von Salaten als Beilage zu einem Gericht, eines Obstsalates, von Gemüsesticks oder Nüssen als Snack zwischendurch. Gekochtes sollte weiterhin Teil des Speiseplans sein.

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Verwendete Quellen: zentrum-der-gesundheit.de, quarks.de, utopia.de