Intervallfasten kann schützen – Heilpraxis

Intervallfasten scheint zum Schutz vor Typ-2-Diabetes ähnlich gut geeignet zu sein, wie herkömmliche kalorienreduzierte Diäten. Vor allem für Frauen, die bereits an Schwangerschaftdiabetes erkrankt sind, scheint das intermittierende Fasten ein gute Alternative zu sein. (Bild: juliamikhaylova/stock.adobe.com)

5:2-Diät senkt Risiko für Typ-2-Diabetes

Bei mehr als jeder siebten Schwangerschaft entwickeln Frauen Schwangerschaftsdiabetes – ein Zustand, bei dem der Blutzucker der Schwangeren stark erhöht ist. Frauen, bei den sich Schwangerschaftsdiabetes zeigt, haben ein zehnfach höheres Risiko im weiteren Lebensverlauf Typ-2-Diabetes zu entwickeln. Ein australisches Forschungsteam zeigt, dass die sogenannte 5:2-Diät nach einer Schwangerschaft das Risiko für Typ-2-Diabetes senken kann.

Forschende der University of South Australia legen nahe, dass einfaches Intervallfasten nach Schwangerschaftsdiabetes genauso wirksam ist, wie kalorienreduzierte Diäten. Die Forschungsergebnisse wurden kürzlich in dem „American Journal of Clinical Nutrition“ vorgestellt.

Wie funktioniert eine 5:2-Diät

Bei der sogenannten 5:2-Diät, auch als intermittierendes Fasten bezeichnet, kann man fünf Tage pro Woche normal essen. Nur an zwei Tagen in der Woche wird die Kalorienzufuhr erheblich eingeschränkt. An diesen Tagen sollte die Kalorienzufuhr unter 500 Kalorien bleiben. Diese Ernährungsmethode bietet eine größere Auswahl an Speisen und eine höhere Flexibilität bei der Gewichtsabnahme als andere Diäten.

Schwangerschaftsdiabetes erhöht Risiko für Typ-2-Diabetes

Bei Frauen, die bereits an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt waren und zudem übergewichtig sind, ist das Risiko stark erhöht, dauerhaft an Typ-2-Diabetes zu erkranken. Diese Grunderkrankung erhöht gleichzeitig das Risiko für viele lebensgefährliche Herz- und Krebserkrankungen.

„Schwangerschaftsdiabetes ist die am schnellsten wachsende Form von Diabetes in Australien und betrifft 15 Prozent der Schwangerschaften“, erläutert Forschungsleiterin Dr. Kristy Gray. Gesunde Ernährung und regelmäßige körperliche Betätigung werden empfohlen, um Schwangerschaftsdiabetes in den Griff zu bekommen. Dabei sollte die Anzahl der Kalorien um 25 bis 30 Prozent reduziert werden. Die Gewichtsabnahme stehe im Zentrum der Prävention gegen Typ-2-Diabetes.

Mütter stellen sich oft hinten an

In der Praxis hat sich allerdings gezeigt, dass es Müttern, die gerade ein Kind bekommen haben, oft schwer fällt, eine strenge Diät zu befolgen. „Das Problem ist, dass frischgebackene Mütter oft an letzter Stelle stehen – sie haben mit Müdigkeit zu kämpfen und jonglieren mit ihren familiären Verpflichtungen“, verdeutlicht Dr. Gray.

Eine einfachere Methode zur Gewichtsabnahme

Die Forschenden suchten deshalb nach einer einfachen Methode, um das Risiko für Typ-2-Diabetes nach einer Schwangerschaft zu senken. „Die 5:2-Diät könnte eine weniger überwältigende Option sein“, betont die Wissenschaftlerin. Da nur an zwei Tagen der Woche Kalorien eingespart werden, sei das Management dieser Ernährungsform wesentlich einfacher als bei herkömmlichen Diäten, die oft eine tägliche Planung erfordern.

Im Rahmen der Studie verglichen die Forschenden die 5:2-Diät mit einer herkömmlichen energiereduzierten Diät bei der die Kalorienzufuhr auf 1500 pro Tag begrenzt wurde. Die Probandinnen hatten ein erhöhtes Risiko für Typ-2-Diabetes und waren zuvor alle an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt.

Intervallfasten vergleichbar mit herkömmlichen Diäten

„Unsere Forschungsergebnisse zeigen, dass die 5:2-Diät bei Frauen, die an Schwangerschaftsdiabetes erkrankt sind, genauso effektiv zur Gewichtsabnahme beiträgt wie eine kontinuierliche kalorienreduzierte Diät“, resümiert Dr. Gray. Frauen, die diese Methode ausprobieren wollen, sollten dies zuvor mit einer Ärztin, beziehungsweise mit einem Arzt abklären, empfiehlt die Studienleiterin. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:

  • Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG): Schwangerschaftsdiabetes (Stand: 07. Oktober 2020), gesundheitsinformation.de
  • Kristy L Gray, Peter M Clifton, Jennifer B Keogh, et al.: The effect of intermittent energy restriction on weight loss and diabetes risk markers in women with a history of gestational diabetes: a 12-month randomized control trial; in: The American Journal of Clinical Nutrition, 2021, academic.oup.com
  • University of South Australia: The 5:2 diet – a good choice for gestational diabetes (veröffentlicht: 01.11.2021), unisa.edu.au

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.