Hürden auf dem Weg aus der Pandemie



Großer Andrang in der Teststation in Melbourne: Die Delta-Variante fordert die Zero-COVID-Strategie Australiens heraus. Was bisher sehr erfolgreich war, stößt jetzt an Grenzen.

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In der „komplizierten Phase“ des Übergangs warnen Forscher vor einer Spaltung der Gesellschaft – und raten vor allem, sich impfen zu lassen. Welche Faktoren entscheiden jetzt über den Verlauf der Pandemie?

Im Nachhinein erscheint das erste Jahr der Pandemie geradezu simpel: Ein neues Virus verbreitete sich von China aus über den Globus und traf dabei auf eine ungeschützte Bevölkerung. Es gab weder Medikamente noch Impfstoffe, und so ging es in erster Linie darum, die Ausbreitung von SARS-CoV-2 zu bremsen und so viele Infektionen wie möglich zu verhindern. Das Tragen von Masken über Mund und Nase und andere Maßnahmen sollten Leben retten, Gesundheitssysteme vor dem Kollaps bewahren und Zeit gewinnen, um Impfstoffe zu entwickeln und die Weltbevölkerung auf diese Weise gegen das Coronavirus zu immunisieren.

Mitten im zweiten Jahr jedoch ist die Pandemie in ihrer vielleicht verwirrendsten Phase. Zum einen hat sich das Virus verändert. Es hat Hunderte Millionen Menschen infiziert, und dabei sind neue Varianten entstanden, die um ein Vielfaches leichter übertragbar sind als das Virus, das Ende 2019 in der chinesischen Stadt Wuhan zum ersten Mal in Erscheinung getreten ist. Eine Zero-COVID-Strategie, die Länder wie Neuseeland oder Australien bisher mit großem Erfolg verfolgt haben, wird von diesen neuen Varianten herausgefordert, wenn nicht sogar in Frage gestellt. Auch das Ziel einer Herdenimmunität sei in unerreichbare Ferne gerückt, sagen Wissenschaftler. „Das wird nicht funktionieren“, schätzt jetzt zum Beispiel Sandra Ciesek, Direktorin des Instituts für Medizinische Virologie am Universitätsklinikum Frankfurt, die Lage ein.