Gesundheit: Durch Magnet-Therapie sechs Wochen endlich rauchfrei? – Ratgeber

Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes raucht in Deutschland fast jeder vierte Mensch über 18 Jahren. Werden die Raucher gefragt, gibt die Hälfte an, das Laster loswerden zu wollen.

Doch das ist leichter gesagt als getan. Eine Sucht oder auch nur eine Gewohnheit aufzugeben, ist schwierig.

Eine neue israelisch-amerikanische Studie macht Mut. Die Methode der „repetitiven transkraniellen Magnetstimulation“, kurz rTMS, könnte den Ausstieg in Zukunft erleichtern.

Was ist rTMS?

Repetitive transkranielle Magnetstimulation klingt zunächst einmal extrem kompliziert, ist es aber eigentlich nicht.

Der Begriff beschreibt, wenn das Gehirn wiederholt (repetitive) durch die Schädeldecke (transkranielle) mit Magneten stimuliert wird.

Die Methode ist nicht neu. Seit Jahren wird sie intensiv für die Behandlung von psychiatrischen Suchterkrankungen erforscht.

Jetzt hat erstmals eine internationale Studie mit 262 Rauchern stattgefunden. Und die Ergebnisse sind beeindruckend.

6-Wochen-Theapie

Bei der Therapie wurden zwei Regionen des Gehirns mit Magneten stimuliert. Die Behandlung dauerte insgesamt sechs Wochen. Drei Wochen fand die Stimulation an jedem Werktag statt, in den folgenden drei Wochen nur noch einmal pro Woche.

Bei der Kontrolluntersuchung nach 18 Wochen, also drei Monate nach Ende der Therapie, hatte jeder fünfte Patient (20 Prozent) seit mehr als vier Wochen nicht mehr geraucht. In der Kontrollgruppe, die ein Placebo erhalten hat, war es nur einer von elf (neun Prozent).

Bei denjenigen, denen es nicht gelang, mit dem Rauchen aufzuhören, hatte die Behandlung dennoch einen positiven Effekt. Die rTMS-Patienten rauchten weniger und hatten ein geringeres Verlangen nach Zigaretten als die Studienteilnehmer der Placebogruppe.

In den USA konnte die Studie die zuständige Food and Drug Administration (FDA) überzeugen. Dort wurde die rTMS-Methode zur Raucherentwöhnung in der Folge der vielversprechenden Ergebnisse zugelassen.

Hierzulande müssen sich die Menschen noch gedulden. „Da es sich um einen ganz speziellen rTMS-Ansatz handelt, ist das Verfahren hierzulande noch nicht einfach verfügbar. Zur genauen Beurteilung des Stellenwerts bedarf es – trotz der klaren Ergebnisse dieser Studie – weiterer Forschung“, so Prof. Padberg von der Psychiatrischen Uniklinik München, der das „German Center for Brain Stimulation“ (GCBS) koordiniert.