Gemüse im Schockzustand: Deshalb ist dieses Lebensmittel besser als sein Ruf

Gettyimages/SDI Productions

Die Deutschen essen mehr als acht Millionen Tonnen Gemüse im Jahr – und kaufen es am liebsten bei Discountern wie Aldi oder Lidl. Doch was ist besser: Frische Ware oder Gemüse aus dem Tiefkühlfach? Zumindest bei einem Punkt hat das Tiefkühlprodukt die Nase vorne.

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Egal ob frisch vom Markt oder aus dem Tiefkühlregal: Gemüse bildet einen wesentlichen Bestandteil unserer Ernährung. So konsumieren wir in Deutschland laut Statista pro Kopf knapp 105 Kilogramm Gemüse im Jahr (Zeitraum: 2019/2020) – insgesamt macht das mehr als acht Millionen Tonnen pro Jahr. Dabei ging die meiste Ware offenbar bei den Discountern über den Ladentisch. So flossen nach Statista-Angaben rund 49,3 Prozent aller Umsätze mit Obst und Gemüse 2019 bei Aldi, Lidl & Co.

Und: Die Deutschen mögen ihr Gemüse offensichtlich am liebsten frisch und unverarbeitet. Denn im Jahr 2020 wurden in Deutschland insgesamt “nur” rund 500.000 Tonnen Tiefkühlgemüse verkauft. D.h. Gemessen an der Gesamtmenge macht das nur einen Anteil von knapp sechs Prozent.

Dabei ist Tiefkühlgemüse viel besser als sein Ruf. Denn die weitverbreitete Ansicht, frisches Gemüse sei in jedem Fall besser als Tiefkühlware, stimmt zumindest in Sachen Vitamin- und Nährstoffgehalt so nicht. Tatsächlich ist zum Beispiel der Vitamingehalt von tiefgefrorenem Gemüse in der Regel höher als bei frischer Ware, die Sie in der Gemüseabteilung oder auf dem Wochenmarkt bekommen. Und günstiger ist es meistens auch.

Schockzustand: Darum enthält Tiefkühlgemüse mehr Vitamine

Tiefkühlgemüse enthält mehr Vitamine als frisches Gemüse? Was zunächst gegen jede Intuition spricht, macht bei näherer Betrachtung durchaus Sinn. Denn: Vitamine gelten als sehr licht- und hitzeempfindlich. Das heißt: Je länger zum Beispiel frisches Gemüse auf dem Wochenmarkt und im Supermarkt bzw. auf dem Weg dahin der Sonne oder höheren Temperaturen ausgesetzt ist, desto mehr Vitamine gehen verloren. Umso mehr, je mehr Zeit seit der Ernte vergeht, bis das “frische” Gemüse schließlich auf Ihrem Teller landet.

Anders bei Tiefkühlware: Für diesen Zweck geerntetes Gemüse wird in der Regel nur kurze Zeit nach der Ernte “schockgefrostet”, so dass die enthaltenen Vitamine und Mineralien möglichst erhalten bleiben. Beim Schockfrosten wird laut dem Deutschen Lebensmittelverband “die Temperatur eines Lebensmittels innerhalb kurzer Zeit auf Lagertemperatur – bis zu minus 40 Grad Celsius – abgesenkt”. Nach Beendigung des Einfriervorgangs (sog. thermische Stabilisierung) schreibt die Verordnung für tiefgefrorene Lebensmittel dann vor, dass “die Temperatur bis zur Abgabe an den Verbraucher an allen Punkten des Erzeugnisses ständig bei minus 18 Grad C oder tiefer gehalten werden” muss. Von dieser Temperatur sind allerdings folgende Abweichungen nach oben zulässig:

  • Beim Versand kurzfristige Schwankungen von höchstens 3 Grad Celsius
  • Beim örtlichen Vertrieb und in den Tiefkühlgeräten des Einzelhandels im Rahmen redlicher Aufbewahrungs- und Vertriebsverfahren Abweichungen von höchstens 3 Grad Celsius.

Vom Tiefkühlregal in den Gefrierschrank

Diese Lebensmittel gehören nicht in den Gefrierschrank

Abgesehen vom unmittelbaren Verzehr nach dem Einkauf, landet Gemüse aus dem Tiefkühlregal daheim häufig als Vorrat im Gefrierfach des Kühlschranks oder im Gefrierschrank. Daher ist es auch hinsichtlich des Vitamingehalts, vor allem aber aus gesundheitlichen Gründen umso wichtiger, die Kühlkette bis dahin bestmöglich aufrecht zu erhalten.

Das fängt schon beim Einkauf im Supermarkt an: Tiefkühlprodukte sollten Sie möglichst erst kurz vor dem Gang zur Kasse in den Einkaufswagen legen, um ein Antauen der Ware zu verhindern. Für den Transport nach Hause benutzen Sie dann idealerweise eine Gefrierbox mit Kälteakkus. Und daheim angelangt, sollten Sie die Ware direkt im Tiefkühlfach oder den Gefrierschrank deponieren.

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Stiftung Warentest: Der beste Gefrierschrank

Doch was nützt die beste Tiefkühlware für den Gemüsevorrat ohne geeignete Gefriermöglichkeit? Die Stiftung Warentest testet regelmäßig Gefrierschränke und erweitert dabei laufend das Testfeld. Insgesamt knapp 75 Gefriergeräte – darunter 35 kleine Gefrierschränke, 30 große Gefriergeräte und zehn Gefriertruhen – hat die Stiftung Warentest bereits getestet. Wir haben den aktuellen Stand vom Juni 2021 in diesem Vergleichsbeitrag für Sie zusammengefasst.

Preislich bewegen sich Gefrierschränke auf sehr unterschiedlichem Niveau. Während No-Name-Gefrierschränke teilweise bereits ab 250 Euro zu haben sind, kosten Marken-Gefrierschränke oftmals mehr als 2.000 Euro. Teuer heißt dabei zwar nicht automatisch gut, aber tendenziell sind höherpreisige Modelle zum Beispiel meist auch besser ausgestattet, verarbeitet und besitzen eine längere Lebensdauer. In der Preispanne zwischen 450 und 800 Euro finden Sie aber auf jeden Fall gute, leistungsstarke Alternativen.