Fischkonsum kann das Hautkrebs-Risiko deutlich steigern – Ernährung



Ist der Konsum von Fisch krebserregend? Wissenschaftler der Brown University scheinen dies nun belegt zu haben.

Er enthält wichtige Mineralstoffe, dazu Jod und Vitamin D, ist ein exzellenter Eiweißlieferant und viele Sorten sind zudem auch noch reich an den von Ernährungsexperten so hoch angepriesenen Omega-3-Fettsäuren: Fisch. Am besten zweimal pro Woche. Fisch, ein Superfood, der kein Wasser trüben kann – oder etwa doch?

Nachgewiesen: Zusammenhang von Fischverzehr und Hautkrebs

Für eine Studie untersuchte ein Team von Wissenschaftlern Daten von 491.367 Personen, die über einen Zeitraum von 15 Jahren im Rahmen der National Cancer Institute’s NIH-AARP Diet and Health Study ermittelt worden waren. Zu Beginn der Erhebung waren alle der im Schnitt 62 Jahre alten Teilnehmer gesund. Sie gaben an, wie viel gebratenen und ungebratenen Fisch sie im vorigen Jahr gegessen hatten. Um Verfälschungen der Ergebnisse zu vermeiden, wurden zudem der individuelle Body-Mass-Index, Rauchen, Krebserkrankungen in der Familie, der täglichen Konsum von Alkohol, Koffein und Kalorien, körperliche Aktivität sowie die durchschnittliche UV-Strahlung in der Umgebung der Teilnehmer berücksichtigt. Im Lauf der Zeit erkrankten 5034 Personen am malignen Melanom, weitere 3284 wiesen das Frühstadium dieser Hautkrebsform auf. Auf Basis der analysierten Daten kamen die Wissenschaftler zu dem Schluss, dass, wer viel Fisch zu sich nimmt, mit größerer Wahrscheinlichkeit an Hautkrebs erkrankt.

Bis zu 25% erhöhtes Risiko

Teilnehmer, die durchschnittlich 14,2 Gramm Thunfisch pro Tag zu sich nahmen, wiesen im Vergleich zu denen, die nur 0,3 Gramm pro Tag verzehrten, ein 17 Prozent höheres Risiko für ein Melanom im Frühstadium auf. Das Risiko, ein malignes Melanom zu entwickeln, war um 20 Prozent gesteigert. Wer im Durchschnitt 17,8 Gramm ungebratenen Fisch täglich aß, hatte sogar ein 25 Prozent höheres Risiko für das Melanom im Vergleich zu Personen, die nur 0,3 Gramm pro Tag zu sich nahmen. Ihr Risiko für den schwarzen Hautkrebs war um 18 Prozent erhöht.

Beim Konsum von gebratenem Fisch konnten die Wissenschaftler hingegen keinen signifikanten Zusammenhang zu Hautkrebs herstellen.

Quecksilber als Ursache?

Forscher gehen davon aus, dass nicht der Fisch selbst krebserregend ist, sondern Karzinogene, die sich in seinem Fleisch angereichert haben. Eunyoung Cho, Professorin für Dermatologie und Epidemiologie und Co-Autorin der Studie, untersuchte bereits in der Vergangenheit den Zusammenhang zwischen höheren Quecksilberwerten und Hautkrebs. “Wir nehmen an, dass unsere Ergebnisse möglicherweise auf Schadstoffe im Fisch wie polychlorierte Biphenyle, Dioxine, Arsen und Quecksilber zurückzuführen sind. […] Quecksilber wird in den USA hauptsächlich durch Fisch aufgenommen. Wenn also Quecksilber mit Hautkrebs zusammenhängt, dann liegt es nahe, dass der Fischkonsum damit zu tun hat.”

Einschränkungen der Studie

So umfangreich und prospektiv die Studie der Brown University auch angelegt ist, sie unterliegt dennoch einigen Ungenauigkeiten. Faktoren wie Haarfarbe, die Menge an Muttermalen, Häufigkeit von schwerem Sonnenbrand sowie das Maß, in dem sich die Teilnehmer der Sonne aussetzten, flossen nicht mit ein. Ebenso war dem Forscherteam nicht bekannt, ob sich der auf Basis von Selbstauskunft eruierte Fischkonsum der Studienteilnehmer mit der Zeit möglicherweise verändert hatte. Einen kausalen Zusammenhang zwischen fischreicher Ernährung und Hautkrebs-Erkrankungen kann die Studie somit nicht liefern.

Die Dosis macht das Gift

Generell gibt es in Deutschland und der EU strenge Richtlinien, Grenzwerte für Toxine und Verzehrempfehlungen, um den Verbraucher zu schützen.

Auch Flüsse und Seen sind in Deutschland in der Regel nicht so belastet wie in Teilen der USA. Wer also auf seinen Thunfisch, Lachs oder Karpfen nicht verzichten möchte, kann auf regionalen Fisch zurückgreifen. Dennoch fordern Überfischung und Umweltverschmutzung auch hierzulande ihren Tribut. Gerade Schwangere sollten bestimmte Fischsorten meiden. Ansonsten gilt wie bei allem: Die Dosis macht das Gift.