Farm to table: Hamburger setzen auf nachhaltige Ernährung

Wo gibt es hochwertige Produkte aus der Region? Und wie kocht man selbst eigentlich nachhaltig? Diesen Fragen gehen Sandra Bock, Kevin Puls und ihr Team auf ihrer Ernährungs-Plattform „Farm To Table“ nach. Damit wollen sie nachhaltigen Gastronomen, Erzeugern und Handwerksbetrieben eine Bühne geben – und gleichzeitig Transparenz schaffen.

Die Betreiber der Plattform bemerken einen Wandel in der Food-Szene: Nachhaltig und regional muss es sein – und dabei am besten auch noch ausgefallen. „Der Anspruch an die Küche wächst. Wir wollen Vielfalt auf Sterneniveau zeigen – und dass das trotzdem jeder nachkochen kann“, erklärt Gründerin Sandra Bock im Gespräch mit der MOPO.

Diese Hamburger zeigen, wie nachhaltige Ernährung geht

Auf einer Art Food-Blog nimmt das Team die Gastro-Küchen und -Höfe in Hamburg und im Umland genau unter die Lupe und zeigt, wie vor Ort gearbeitet wird. Gleichzeitig will „Farm To Table“ eine Möglichkeit zum Netzwerken schaffen und den Lesern Rezepte und bewährte Techniken mit an die Hand geben. Ergänzend tüftelt das Team gerade an einem Online-Shop.

Die Idee kam der Ottenserin im Weihnachtsurlaub 2020. „Ich habe jeden Tag vor meiner Nase gesehen, was mit meinem Stadtteil passiert“, sagt sie. Die gebürtige Niedersächsin habe miterlebt, wie viele Restaurants ums Überleben kämpften – und wollte nicht länger tatenlos zusehen. Doch es gehe nicht nur um die Lokale, sondern auch um Handwerksbetriebe wie Töpfer und Glasmanufakturen sowie die Erzeuger der Produkte.

„Farm To Table“: Nachhaltige Ernährung wird immer wichtiger

Im Dezember startete das Team das gemeinnützige Projekt neben seinen eigentlichen Berufen:  Sandra Bock ist Geschäftsführerin der Werbeagentur „Nonfood“ in Langenhorn, Kevin Puls arbeitet dort als Creative Director und fängt nun die Geschichten vor Ort ein. „Wir beide teilen die Leidenschaft für regionales gutes Essen und die Frage, wo unser Essen herkommt und ob wir etwas für die Stadt und unsere Nachbarschaft tun können“, so Bock.

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Auch im privaten Umfeld der Plattform-Betreiber spielt das Thema nachhaltige Ernährung eine immer größere Rolle. „Man kommt gar nicht mehr drum herum, sich mit Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein auseinanderzusetzen. Das verlangen auch die Kinder“, sagt Kevin Puls. Sandra Bock hat ähnliche Erfahrungen gemacht. „Meine Tochter will sich am liebsten nur vegan ernähren und stellt viele Fragen.“

Hamburger zeigen, wie außergewöhnlich nachhaltige Küche ist

Kevin Puls besucht jede Woche Restaurants und Höfe in Hamburg und im Umland und dokumentiert die Entstehung neuer nachhaltiger Rezepte. „Ich möchte das transparent machen und zeigen, dass regional kochen nicht langweilig ist“, sagt er der MOPO.

Kevin Puls im Einsatz auf dem Biohof Wilkenshoff im niedersächsischen Hollenstedt.

Wie außergewöhnlich nachhaltige Küche sein kann, zeigt „Farm To Table“: Leser können lernen, wie man mit Produkten aus der Lüneburger Heide indisch kocht, wie Fisch im Dry-Age-Verfahren veredelt wird – oder wie man Austern-Eis zubereitet. „Wir wollen zeigen, dass regionale Ernährung gar nicht diese Einschränkungen hat, die viele Leute im Kopf haben“, erklärt die Gründerin. Viele Restaurants würden bereits umdenken und versuchen, mit regionalen und saisonalen Speisekarten neue Akzente zu setzen. Erstmal wollen sie sich dabei auf den Norden konzentrieren – denn in Hamburg gebe es noch viel zu entdecken.