F.A.Z.-Konferenz Gesundheit Versorgung Lehren Corona-Pandemie

Das deutsche Gesundheitswesen folgt einer klaren Struktur. Krankenhäuser und niedergelassene Ärzte teilen sich die Versorgung von Patienten untereinander auf, die zwei Bereiche – auch Sektoren genannt – sind vielfach klar voneinander getrennt. Fachleute kritisieren, dass das für Kranke nicht immer optimal ist. Immer wieder gab es Versuche, das starre System der Sektoren zu öffnen. Doch die meisten Bemühungen sind gescheitert, sie gehen selten über Modellversuche hinaus.

Dabei sind sich viele Fachleute darin einig, dass im Hinblick auf die Versorgungsstrukturen akuter Handlungsbedarf besteht. Der demographische Wandel stellt das Gesundheitssystem vor große Herausforderungen und es wird immer anspruchsvoller, Patienten gerade abseits der großen Städte noch gut zu versorgen.

Vieles spricht dafür, dass die Zeit drängt. Bald muss die Gesellschaft eine überzeugende Antwort auf die Frage finden, wie die Versorgungsstrukturen zukunftsfähig gemacht werden können. Gemeinsam suchen die F.A.Z.-Gruppe und die Robert Bosch Stiftung bei einer gemeinsamen Konferenz nach Wegen, wie die medizinische Versorgung mit den Veränderungen Schritt halten kann. Was können wir von anderen Staaten lernen? 

Auf der F.A.Z.-Konferenz „Gesundheit & Versorgung“ denken die Teilnehmer darüber nach, welche Ansätze funktionieren können. Haben die Verantwortlichen mit Medizinischen Versorgungszentren, Portalpraxen und Ärztenetzwerken schon tragfähige Lösungen gefunden, die vor Ort funktionieren? Oder braucht es vielleicht mehr, ist ein großer gesundheitspolitischer Wurf in der nächsten Legislaturperiode nötig – wenn ja, wie müsste der aussehen?

Zu diesem Zweck wird im Laufe des Tages auch auf erfolgreiche Modelle im Ausland geschaut. In vielen Gegenden ist die Gemeindeschwester die erste Anlaufstelle für Patienten und lokale Gesundheitszentren bündeln alle Elemente der Primärversorgung. Ob das auch hierzulande funktionieren könnte, ist eine der großen Fragen des Kongresses. Dieser findet in der Frankfurter Goethe-Universität und parallel digital statt.