Der neue Parlaments-Präsident jobbte früher im Supermarkt – B.Z. Berlin



Hildburg Bruns

18. Oktober 2021
07:56

Aktualisiert
08:09

Wenn im Roten Rathaus mit Franziska Giffey (43, SPD) erstmals eine Frau regiert, kann beim höchsten Posten im Abgeordnetenhaus auch wieder ein Mann zum Zuge kommen.

Dennis Buchner (44) soll nach B.Z.-Informationen als Präsident nominiert werden. Das Vorschlagsrecht hat als stärkste Fraktion die SPD (36 von 147 Abgeordneten). Die beiden Vizeposten stehen den Grünen (32) und der CDU (30) zu. Die Union hat bereits erneut Cornelia Seibeld (47) aus Steglitz nominiert.

Das neue Parlament ist etwas geschrumpft (um 12 Abgeordnete) und versammelt sich erstmals am 4. November.

Buchner gehört dem hohen Haus seit 2011 an, eroberte seinen Weißenseeer Wahlkreis drei Mal direkt (zuletzt 24,1 Prozent). Biertrinken würde er mit Vertretern aller Fraktionen, aber „bei der AfD verzichte ich“, sagte er kürzlich in einem Podcast.

Der designierte Präsident stammt aus einer Lübecker Handwerkerfamilie, ist der erste, der Abi und Studium absolvierte. Er hat Politik studiert und danach bei SPD-Politikern gearbeitet, hat heute noch einen Zweitjob als Referent beim Parteivorstand (1800 Euro netto).

Aber es ärgert ihn, wenn man glaubt, er hätte keine Ahnung vom „richtigen“ Leben. Schon als Schüler jobbte er im Supermarkt und ging Fensterputzen, während des Studiums arbeitete er als Nachtportier im Hotel. Als Parlamentspräsident würde er Ralf Wieland (65, SPD) nachfolgen.

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Dem Präsidenten stehen Bezüge in der doppelten Höhe einer Abgeordneten-Diät zu (also zwei Mal 6532 Euro/brutto).

Übrigens: Eine der ersten Entscheidungen des neuen Parlaments wird sein, ob die Diät für alle 147 entsprechend der Preisentwicklung um 1,9 Prozent angehoben wird.