Das ist laut einer neuen Studie der gefährlichste Risikofaktor bei Corona


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Ein Forschungsteam aus der Schweiz hat mithilfe von Künstlicher Intelligenz rund 240.000 wissenschaftliche Artikel auf Stichwörter untersucht, um ein Muster für erkrankte Covid-19-Patienten zu erkennen.

Besonders häufig filterten die Forschenden den Begriff „Glukose“. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel biete dem Virus ideale Voraussetzungen, um in die Lunge einzudringen und diese zu schwächen, lautet ihre Erklärung.

Mithilfe einer gesunden Ernährung können wir unseren Blutzuckerwert beeinflussen und damit auch das Risiko senken, an Corona zu erkranken.

Schon mehr als eine halbe Million Studien sind seit Beginn der Pandemie zu Covid-19 veröffentlicht worden. Sie behandeln die Herkunft des Virus, Krankheitsverläufe, Behandlungsmöglichkeiten, Langzeitfolgen einer Infektion und mögliche Risikofaktoren. So untersuchen Forschende auf der ganzen Welt, wie es dazu kommt, dass einige Menschen nur wenige Symptome aufweisen und andere unter einem schweren Krankheitsverlauf leiden. Ein Forschungsteam aus der Schweiz hat nun mithilfe von Künstlicher Intelligenz analysiert, welcher Risikofaktor einen schweren Verlauf begünstigt. Zuerst hatte „t-online“ darüber berichtet.

Das Team um Emmanuelle Logette durchsuchte für seine Studie mithilfe von Künstlicher Intelligenz (KI) etwa 240.000 veröffentlichte wissenschaftliche Artikel nach bestimmten Stichworten, um ein Muster für erkrankte Covid-19-Patienten zu finden. Ein Begriff, der dabei häufig auftrat, war „Glukose“.

Glukose bietet ideale Bedingungen für das Coronavirus

Die Analyse zeigte: Der Blutzuckerspiegel ist an jedem Schritt im Laufe der Infektion beteiligt und kann zu einer Eskalation der Erkrankung führen, wenn er erhöht ist. Bei Menschen mit chronisch hohem Blutzucker, zum Beispiel durch Diabetes oder Adipositas, steigt auch das Erkrankungsrisiko.

Den Forschenden zufolge bietet ein hoher Glukosespiegel im Blut die idealen Bedingungen für das Virus, in die Lunge einzudringen und diese zu schwächen. Gleichzeitig können Entzündungsreaktionen in den Zellen und daraus resultierende Zellschäden ebenfalls mit einem erhöhten Blutzucker zusammenhängen. Außerdem steigert ein zu hoher Blutzuckerspiegel das Risiko für Mulitorganversagen, Herzinfarkte und Schlaganfälle. Ein erhöhter Blutzuckerspiegel ist der Analyse zufolge wahrscheinlich der bedeutsamste Risikofaktor für einen schweren Covid-Verlauf.

Bei gesunden Menschen ohne Diabetes liegt der Glukosespiegel im Blut nüchtern unter 5,5 Millimol pro Liter (mmol/l). Nach dem Essen steigt der Blutzuckerwert gewöhnlich nicht über 7,8 Millimol pro Liter. Beträgt der Blutzuckerwert nüchtern mehr als 7 Millimol pro Liter oder nach dem Essen mehr als 11,1 Milliomol, dann weist das auf Diabetes hin.

Mit unserer Ernährung können wir unseren Blutzuckerwert beeinflussen und damit auch das Risiko senken, an Corona zu erkranken. Am besten ist es, sich kohlenhydratarm zu ernähren und stattdessen viel Fisch wie Lachs und Makrele, Hülsenfrüchte, Nüsse, Obst, grünes Gemüse und Knoblauch zu essen.

hr

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