Corona verändert Kaufverhalten im Internet

18. November 2021 um 11:14 Uhr


Lebensmittel, Kleidung, Medikamente
:
Corona verändert Kaufverhalten im Internet


Eine Frau gibt am Laptop ihre Zahlungsinformationen ein. (Symbolfoto)
Foto: dpa-tmn/Christin Klose

Berlin Besonders der Kauf von Lebensmitteln über das Internet hat durch die Pandemie einen Schub erhalten. Auch haben etliche Deutsche durch Corona überhaupt erstmals etwas im Netz bestellt.


Die Coronavirus-Pandemie hat einer Studie zufolge das Kaufverhalten der Deutschen im Internet verändert. Vor allem im Lebensmittelsektor gebe es größere Anpassungen, teilte der Digitalverband Bitkom am Donnerstag in Berlin mit. Er hat dazu 1100 repräsentativ ausgewählte Bürger bis Ende Oktober befragen lassen. Vor allem Jüngere im Alter von 16 bis 29 Jahren nutzten Express-Lieferanten wie Gorillas, Flink oder Getir. “Durch Corona hat der Online-Kauf von Lebensmitteln einen starken Schub erfahren, obwohl die Supermärkte und Discounter durchweg geöffnet waren”, sagte Bitkom-Hauptgeschäftsführer Bernhard Rohleder.

Zehn Prozent aller Befragten geben an, solche Express-Dienste bereits genutzt zu haben, obwohl es diese bisher nur in großen Städten gibt. 40 Prozent können sich Bestellungen dort vorstellen, 48 Prozent nicht. Das könnte für klassische Lebensmittelhändler eine ernste Bedrohung werden. 46 Prozent der Deutschen seien dieser Ansicht.

Viele Deutsche kauften in der Pandemie erstmals überhaupt im Internet ein: Bei Kleidung, Schuhen und Accessoires waren es 20 Prozent, bei Medikamenten 16 Prozent, ebenso so viele bei Essens-Lieferungen. Die Hälfte der Nutzer verbringt mittlerweile mehr Zeit mit Online-Shopping. 43 Prozent geben an, auch mehr im Netz zu kaufen.


Rohleder sagte, im Schnitt würden pro Monat 207 Euro in Online-Shops ausgegeben. Bei Männern seien es 230 Euro, bei Frauen 180 Euro. Frauen schickten mehr Waren zurück. Knapp vier von fünf User nutzen dabei die internationalen Online-Händler wie Amazon und Ebay, gefolgt von regionalen und überregionalen Anbietern.

Das Smartphone sei mittlerweile das Hauptmittel, um Online-Bestellungen abzugeben – insbesondere bei Jüngeren. Darauf seien viele Händler aber noch gar nicht vorbereitet, so Rohleder. Ihre Shops seien noch auf große PC-Bildschirme ausgerichtet.

64 Prozent der Käufer nennen günstige Preise als Hauptmotiv, dass sie im Internet zuschlagen, 56 Prozent achten zudem auf eine Gratislieferung. 53 Prozent geben allerdings persönliche Erfahrungen mit Shops als wichtig an. “Kunden lassen sich also binden”, sagte Rohleder. Das sei eine Chance für die Anbieter. (Reporter: Christian Krämer, redigiert von Hans Seidenstücker. Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die Redaktionsleitung unter den Telefonnummern 030 2201 33711 (für Politik und Konjunktur) oder 030 2201 33702 (für Unternehmen und Märkte)

(chal/Reuters)