Cem zdemir im BZ-Interview: “Ich komme jetzt hier nicht als Oberlehrer” – Deutschland

Designierter Agrarminister

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Mit Cem zdemir als Agrarminister sitzt erstmals das Kind einer sogenannten Gastarbeiterfamilie im Bundeskabinett. Was bedeutet dem Grnen dieses Amt? Wie will er es ausfllen? Und muss die Fleischindustrie ihn frchten?

Die Grnen haben den Stuttgarter Cem zdemir als Minister in der neuen Bundesregierung nominiert. Im Gesprch mit Thorsten Knuf und Christopher Ziedler uert er sich nun erstmals zu der Entscheidung, dazu, was ihn fr Ernhrung und Landwirtschaft qualifiziert und zu seinen Plnen fr mehr Klimaschutz im Agrarsektor.

BZ: Herr zdemir, was isst der designierte Bundesminister fr Ernhrung und Landwirtschaft? Tofu oder Schnitzel?
zdemir: Weil es auch vegetarische und vegane Schnitzel gibt, geht beides. Ich bin Vegetarier – ohne jeden missionarischen Eifer. Jede und jeder soll nach seinem Geschmack glcklich werden.
“Mir geht es um die Hfe und die Menschen, die dahinter stehen.”

BZ: Die Fleischindustrie muss Sie als Agrarminister also nicht frchten?
zdemir: Ich komme jetzt hier nicht als Oberlehrer und sage allen vom ersten Tag an, wie es zu laufen hat. Wer Fleisch essen will, kann das gerne tun. Wer Fleisch produziert, darf das auch tun, aber unter Bercksichtig des Tierwohls, des Klimaschutzes und nicht zulasten unserer Umwelt. Mir geht es um die Hfe und die Menschen, die dahinter stehen. Die Menschen, die tagtglich eine Hammerleistung vollbringen, damit wir tolle Lebensmittel haben, nicht um industrielle Massentierhaltung, die Tiere als Billigware verramscht.
BZ: Sie sind als Kmpfer fr die offene Gesellschaft und die Verkehrswende in Erscheinung getreten, nicht als Agrarexperte. Was qualifiziert Sie fr den Job?
zdemir: Sie haben Recht, ich habe schon viele Felder beackert. Wichtig war mir immer, dass das Verhltnis der Grnen …