Antioxidantien zur Vorbeugung – Heilpraxis

Antioxidantien aus Lebensmitteln wie Äpfeln, Beeren, Gemüse und Nüssen scheinen vor der Entstehung von Alzheimer zu schützen. (Bild: Prostock-studio /stock.adobe.com)

Antioxidantien scheinen vor Alzheimer zu schützen

Durch allgemein gestiegene Lebenserwartung sowie durch ein höheres Durchschnittsalter in der Bevölkerung nimmt die Prävalenz von Alzheimer fortlaufend zu. Da es noch keine wirkungsvolle Behandlung gegen die neurodegenerative Erkrankung gibt, haben vorbeugende Maßnahmen einen hohen Stellenwert. Eine aktuelle Studie legt nun nahe, dass eine ausgewogene Zufuhr von Antioxidantien über die Ernährung eine Entwicklung der Alzheimer-Krankheit verhindern kann.

Kanada: Forschende vom Institut national de la recherche scientifique (INRS) in Quebec haben gezeigt, dass ein Ungleichgewicht zwischen Oxidation und Antioxidantien im Blut ein Frühindikator für die Alzheimer-Krankheit ist. Die Arbeitsgruppe um Professor Charles Ramassamy kommt zu dem Ergebnis, dass die Einnahme von Antioxidantien als präventive Maßnahmen zum Schutz vor Alzheimer geeignet zu sein scheint. Die Studie wurde kürzlich in dem Alzheimer-Fachjournal „Alzheimer’s & Dementia“ präsentiert.

Durchbruch in der präventiven Alzheimer-Forschung

Das Forschungsteam spricht von einem „Durchbruch, der einen neuen Weg für präventive Maßnahmen gegen Alzheimer“ eröffnet. Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zeigten, dass oxidative Marker, die bekanntermaßen an der Alzheimer-Krankheit beteiligt sind, bis zu fünf Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit deutlich ansteigen. Oxidation sei daher wahrscheinlich ein Frühmarker für Alzheimer.

Erhöht oxidativer Stress das Alzheimer-Risiko?

„Angesichts der Tatsache, dass der oxidative Stress bei Menschen, die die Krankheit entwickeln, zunimmt, könnten wir die antioxidativen Systeme regulieren“, betont Professor Ramassamy. Ein möglicher Weg hierzu wäre, die Aufnahme von Antioxidantien über die Ernährung zu erhöhen.

Neue Diagnose-Methode in Aussicht

Darüber hinaus könnte die Messung von oxidativen Markern im Blut aufwändige und kostenintensive Tests zur Diagnose der Alzheimer-Krankheit ersetzen. Diese Marker befinden sich den Forschenden zufolge in extrazellulären Plasmablasen, die von allen Zellen des Körpers, einschließlich der Gehirnzellen, abgegeben werden.

Warum die Prävention so wichtig ist

„Indem wir oxidative Marker im Blut von Risikopersonen fünf Jahre vor dem Ausbruch der Krankheit identifizieren, können wir Empfehlungen geben, um den Ausbruch der Krankheit zu verlangsamen und die Risiken zu begrenzen“, resümiert der Forschungsleiter. Die Arbeit gebe der Alzheimer-Forschung einen neuen Aufschwung. Denn sobald es zu Krankheitssymptomen kommt, sei es schwierig bis unmöglich, diese rückgängig zu machen.

Mind-Diät soll vor Alzheimer schützen

Erst kürzlich zeigte eine weitere Forschungsgruppe vom Rush University Medical Center in Chicago (USA), dass ältere Erwachsene sich mithilfe der sogenannten MIND-Diät vor geistigem Abbau schützen können. Diese Ernährungsform ist reich an Antioxidantien und Lebensmitteln, die förderlich für die Gehirngesundheit sind. Nähere Informationen finden Sie in dem Artikel: MIND-Diät stärkt kognitive Leistungskraft. (vb)

Autoren- und Quelleninformationen

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Dieser Text entspricht den Vorgaben der ärztlichen Fachliteratur, medizinischen Leitlinien sowie aktuellen Studien und wurde von Medizinern und Medizinerinnen geprüft.

Autor:

Diplom-Redakteur (FH) Volker Blasek

Quellen:

  • Mohamed Raâfet Ben Khedher, Mohamed Haddad, Charles Ramassamy, et al.: Effect of APOE ε4 allele on levels of apolipoproteins E, J, and D, and redox signature in circulating extracellular vesicles from cognitively impaired with no dementia participants converted to Alzheimer’s disease; in: Alzheimer’s & Dementia, 2021, alz-journals.onlinelibrary.wiley.com
  • Institut national de la recherche scientifique: Antioxidants to prevent Alzheimer’s disease (veröffentlicht: 12.10.2021), inrs.ca

Wichtiger Hinweis:
Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen.