Angst vor Essen: Mädchen ernährt sich zehn Jahre von Chicken Nuggets – News Ausland

Was zunächst nach einer kuriosen Geschichte klingt, hat einen traurigen Hintergrund: Die Britin Jessica Thompson (11) hat zehn Jahre lang fast ausschließlich von Chicken Nuggets gegessen. Darüber berichtet „Daily Mail“.

Der Grund für die Mono-Ernährung: Die Schülerin leider an einer Angst vor Lebensmitteln. Diese hat sie im Alter von 18 Monaten entwickelt.

Mutter Julia Cain (49) weiß nicht, was der Auslöser für das Essverhalten ihrer Tochter war. Im September dieses Jahres suchte die Familie einen Fachmann auf. Der stellte die Diagnose: ARFID! Die Abkürzung steht für die englische Bezeichnung „avoidant/restrictive food intake disorder“, was sich in Deutsche mit vermeidende/restritive Essens-Aufnahme-Störung übersetzen lässt.

24 neue Lebensmittel ausprobiert

Menschen, die unter ARFID leiden, entwickeln eine Phobie gegen die Textur bestimmter Lebensmittel, deren Geruch oder deren Aussehen. Der behandelnde Arzt Dr. David Kilmurry zieht einen Vergleich: „ARFID-Patienten zum Verzehr bestimmter Lebensmittel zu bewegen, ist wie einen Spinnen-Phobiker zu überreden, eine Spinne in der Hand zu halten.“

Jessica hat eine Therapie begonnen – mit Erfolg! Mutter Julia erzählt: „Sie hat 24 neue Lebensmittel probiert. Und obwohl sie nicht alle gemocht hat, ist das für sie ein riesiger Schritt nach vorne.“

Dinge, die die Elfjährige gerne isst: Obst und Braten. Letzteres dürfte das diesjährige Weihnachtsfest der Familie retten. Denn die heiligen Tage waren bisher eine ziemliche Katastrophe.

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„Wir haben Weihnachten noch nie als Familie zusammen ein großes Festmahl gegessen, weil Jessica sich geweigert hätte, davon zu probieren“, erzählt Julia Cain. „Sie hätte ihre Nuggets gehabt und vielleicht eine Scheibe trockenes Brot.“ Eine Scheibe trockenes Brot für die Schule und drei oder vier Portionen Pommes – mehr habe ihre Tochter außer den Hühner-Happen die letzten zehn Jahre nicht gegessen.

Die Mangelernährung hatte bei der Elfjährigen schon Spuren hinterlassen. Dr. Kilmurry sagt: „Jessica kam extrem unwohl, lethargisch und ängstlich zu mir.“ Doch damit ist jetzt glücklicherweise Schluss. „Es ist ein Wunder, dass Jessica jetzt einen vollen Teller essen kann“, so die Mutter.