Andalusien: «Das Incoming-Business wächst kontinuierlich.»

Sandra Grana / zVg

Wenn Sandra Grana Spanisch spricht, so ist ihr andalusischer Akzent nicht zu überhören. Kein Wunder, liegen doch ihre Jugendjahre in Lenzburg schon ein Weilchen zurück. Dort hat sie in den 1980er-Jahren die Bezirksschule und das KV mit BMS-Matur absolviert.

«Manchmal habe ich das Gefühl, mein Schweizerdeutsch rostet ein», kommentiert Grana und lacht. Sie ist seit den 1990er-Jahren auf der iberischen Halbinsel zu Hause. Ebenso lange ist Sandra Grana in der Tourismusbranche in Spanien tätig, allem voran Incoming-Bereich, wo sie Partnerin bei zwei Agenturen ist.

Mit TRAVEL INSIDE sprach sie über die Tourismusdestination Andalusien und welche Trends sich für die Region abzeichnen. 

Sandra Grana, vergessen wir mal kurz Covid-19. Wie hat sich das Incoming-Business in Spanien respektive in Andalusien in den vergangenen zehn Jahren entwickelt?

Das Incoming-Business in Andalusien wächst kontinuierlich und beständig. Der Süden Spaniens bietet interessante, neue Verkehrsanbindungen, die es den Reisenden leichter machen, auch weniger bekannte Zielorte im Landesinneren zu erreichen und so das Hinterland zu entdecken.

Gastronomie spielt in Spanien eine wichtige Rolle. Machen Sie hier einen Trend aus?

Gesund essen, gesund leben – eine Philosophie, die immer mehr Interesse weckt, und zwar auf allen Ebenen. Andalusien ist in dieser Hinsicht ein absolutes «Must» für Liebhaber der gesunden Mittelmeer-Diät, welche aus Obst, Gemüse, Fisch, Fleisch, Milchprodukte und Hülsenfrüchte besteht. Dabei handelt es sich KM-0 Produkte aus der Region. Egal ob traditionelle Hausmannskost oder innovative Gastronomie: Andalusiens Küche ist verschiedenartig und abwechslungsreich wie seine Landschaft.

Was macht Ihrer Meinung Andalusien zu einer besonders attraktiven Reisedestination?

Andalusien ist die spanische Region mit den meisten Sonnentagen im Jahr. Diese fantastischen, klimatischen Bedingungen erlauben es, das ganze Jahr hindurch eine Vielzahl an Sportarten auszuüben: Golf, Tennis, Fahrrad, Reit- und Wassersport sowie andere Natursportarten wie Wandern und sogar Skifahren. Es gibt keine andere Region in Spanien, die Sportlern so viel bietet.

Dazu kommt das kulturelle und touristische Angebot, das in Andalusien das ganze Jahr zur Verfügung steht. Unsere reiche Kultur, Geschichte und Gastfreundschaft sind ebenfalls sehr wichtige Aspekte, die nicht selbstverständlich für einen Zielort sind.

Wie sehen Sie den Schweizer Markt? Gibt es spezielle Eigenheiten respektive Ansprüche?

Der Schweizer Markt ist einerseits konstant, meiner Meinung wächst dieser sogar. Generell ist der Schweizer ein erfahrener Besucher, ein Wiederholer und daher auch sehr anspruchsvoll, wobei er gerne bereit ist, etwas mehr zu bezahlen, um Qualität und Authentizität zu erhalten. Die Besucher aus der Schweiz sind generell sehr respektvoll und an unserer Kultur interessiert, daher sind sie immer sehr willkommen.

Verlangen die Schweizer Kunden nur Sonne und Meer? Oder gibt es auch andere Interessen?

Sonne und Meer werden immer ihren Reiz haben und Gäste in den Süden locken. Ich denke jedoch, die Schweizer legen speziellen Wert auf authentische Erlebnisse und positive Erfahrungen. Andalusien vermittelt Licht, Wärme, Fröhlichkeit und gute Stimmung. Dies ist doch ein perfekter Grund für eine Reise in unsere Region, um die Batterien vollzutanken.

Wie haben Sie die Pandemie gemeistert?

Es waren sehr schwierige und ungewisse Zeiten für den gesamten Tourismussektor in unserem Land, noch mehr für Grossveranstaltungen. Viele Branchenvertreter waren lange zum nichts tun verurteilt, andere hingegen haben monatelange ‚geschuftet‘: stornieren, verschieben, Vorschriften beachten, erneutes Planen… eine echte Herausforderung! Das Ganze war sehr ermüdend, teilweise frustrierend und undankbar, hat uns Menschen aber stärker gemacht.

Wie schätzen Sie die Entwicklung in den kommenden zwei, drei Jahren?

Die Prognosen sind sehr positiv und wir sind alle guter Dinge. Wir freuen uns natürlich immer wieder ein Flugzeug mit dem Schweizer Kreuz am Himmel zu sehen.

(Daniel Izquierdo-Hänni, Málaga)

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