Aldi Nord erhöht Preise für 29 Lebensmittel teils drastisch

Inflation

Aldi Nord erhöht Preise für 29 Lebensmittel teils drastisch

15.06.2022, 16:00

| Lesedauer: 3 Minuten

Aldi Nord erhöht die Preise für mehr als zwei Dutzend Produkte zum Teil drastisch (Symbolbild).

Foto: Olaf Ziegler / Funke Fotoservices

Die Discounterkette verlangt Aufschläge von bis zu 50 Prozent. Welche Produkte besonders stark betroffen sind.

Hamburg.  Die Preisspirale bei Lebensmitteln dreht sich immer schneller: Jetzt hat der Lebensmitteldiscounter Aldi Nord die Preise für viele Produkte deutlich erhöht. Nach einer Liste, die dem Abendblatt vorliegt, sind vor allem Molkerei-Artikel betroffen.

So kosten ein Becher Magerquark (500 Gramm) der Eigenmarke Milsani jetzt 1,39 Euro statt bislang 95 Cent – ein Plus von 46 Prozent. Beim Bio-Quark beträgt der Aufschlag für den 250 Gramm-Becher der Eigenmarke Gut Bio auf 1,05 Euro rund 53 Prozent. Der Preis einer Packung Fair & Gut Landkäse ist auf 2,29 Euro gestiegen – plus 9,5 Prozent. Auch weitere Quark-Produkte, verschiedene Joghurts und Zaziki sind zwischen 6 und 50 Cent teurer geworden. Höhere Preise findet man auch für Mayonnaise, Bier, Tiefkühllachs oder Heinz Ketchup. Insgesamt sind 29 Artikel betroffen.

Aldi begründet Preiserhöhungen mit Corona und Ukraine-Krieg

Die Agrarmarkt-Informations-Gesellschaft (AMI) bestätigte, dass die Preiserhöhungen am Montag dieser Woche umgesetzt worden waren. Sie waren zuvor nicht angekündigt worden. Aldi begründete die Preissteigerung mit den Auswirkungen der Corona-Pandemie und dem Krieg in der Ukraine, die sich weltweit auf die Lieferketten auswirkten.

„Die Lieferantenpreise im Lebensmitteleinzelhandel ziehen seit Monaten in fast allen Warengruppen stark an – zum Teil in deutlich zweistelligen Prozentbereichen“, sagte ein Unternehmenssprecher auf Anfrage. Hinzukomme eine Verknappung bei einigen Warengruppen. „Damit sind wir, wie alle anderen Händler auch, an einem Punkt angelangt, an dem wir unsere Verkaufspreise anpassen müssen“, hieß es. Zu den konkreten Veränderungen einzelner Artikelpreise äußerte sich die Discounterkette mit Sitz in Essen nicht.

Steigende Preise – Hamburger Verbraucherzentrale gibt Tipps

Bereits seit Juli 2021 steigen die Preise für Brot, Milch, Fleisch & Co. Nach Angaben des Statistischen Bundesamts lag die Teuerungsrate bei Nahrungsmitteln im Mai bei 11,1 Prozent (April: 8,6 Prozent) und war damit zweistellig. Die allgemeine Inflationsrate beträgt 7,9 Prozent (April: 7,4 Prozent) – und ist damit so hoch wie seit der Ölkrise in der früheren Bundesrepublik im Jahr 1973/74 nicht mehr.

Immobilien-Newsletter für Hamburg

Bleiben sie auf dem Laufenden rund um die Themen Immobilien, Wohnen & Stadtentwicklung

„Wenn Aldi als Marktführer Preise erhöht, ziehen andere Handelsketten nach“, sagt Armin Valet von der Hamburger Verbraucherzentrale. Es werde im Niedrigpreissegment daher immer schwieriger, günstigere Produkte zu finden. Trotzdem rät der Verbraucherschützer, weiterhin auf Sonderangebote zu achten und Preisvergleiche zu machen, um Geld zu sparen.

„Aber gerade die Kunden, die über wenig Geld verfügen, haben es zunehmend schwer.“ Aldi hatte zuletzt Anfang Mai die Milchpreise auf 92 Cent für einen Liter Vollmilch und 84 Cent für fettarme Milch angehoben. Es wird damit gerechnet, dass Anfang Juli die nächste Preisrunde droht – und die Ein-Euro-Marke bei Milch durchbrochen wird.

Mi, 15.06.2022, 16.00 Uhr

Mehr Artikel aus dieser Rubrik gibt’s hier: Wirtschaft