Achtsame Ernährung: Wie Superfoods die Umwelt belasten

Ich kann mich nicht mehr genau daran erinnern, wann es anfing. Aber irgendwann in den vergangenen 10 oder 15 Jahren machten sich Superfoods in der öffentlichen Wahrnehmung so breit, dass sie seitdem nicht mehr daraus wegzudenken sind. Ein Superfood ist nach Duden-Definition ein »besonders gesundes, nährstoffreiches Nahrungsmittel«. Der Begriff ist vielseitig verwendbar, im Prinzip lässt sich jedes Nahrungsmittel so bezeichnen. Superfood Kartoffel, Superfood Schokolade, Superfood Bacon – einer kurzen Internetrecherche zufolge scheint alles möglich.

Vielleicht klingt es zwischen den Zeilen schon ein wenig heraus: Ich bin kein Fan von Superfood. Natürlich weiß ich, dass es sehr gesunde (Broccoli und Bohnen) und ungesunde (Pizza und Pommes) Lebensmittel gibt. Dass das Wohlbefinden steigt, wenn man auch beim Essen achtsam ist. Und dass in Gojibeeren und Gerstengras vermutlich wirklich viele tolle Nährstoffe stecken.

Es sind vor allem zwei Probleme, die mir das Superfood bereitet: Zum einen ist der Begriff nicht geschützt und entsprechend als Marketing-Tool bestens geeignet, um jedes beliebige Produkt aufzuwerten. Super klingt per se super. Wer gibt sich schon mit Food zufrieden, wenn er oder sie auch Superfood haben kann? Zum anderen ist die Ökobilanz oft miserabel. Superfoods werden häufig aus Südamerika, Ostasien oder Afrika importiert, verbrauchen bei der Produktion extrem viel Wasser und fördern durch ihren Anbau die Zerstörung wertvoller Ökosysteme. Dieser Aspekt der Superfoods geht bei dem in Aussicht gestellten Glücksversprechen oftmals unter.

Der Welt steht ein Umbruch bevor – ob die Menschheit will oder nicht: Die Landwirtschaft muss nachhaltig und fit für den Klimawandel werden, gleichzeitig gilt es, eine wachsende Weltbevölkerung mit wachsenden Ansprüchen zu versorgen. Was bedeutet das für unsere eigenen Ansprüche? Und was für Umwelt und die Lebewesen darin?
In »Storks Spezialfutter« geht der Umweltjournalist Ralf Stork diesen Fragen einmal im Monat auf den Grund.

Gerade das zweite Problem lässt sich gut mit einem Beispiel veranschaulichen, das mich auch persönlich betrifft. Es geht um die Avocado. Ich habe sie erst vor Kurzem lieb gewonnen. Damit bin ich nicht allein: Von 2008 (knapp 20 000 Tonnen) bis 2017 (rund 71 000 Tonnen) hat sich der Import der Frucht mehr als verdreifacht! Guacamole – klar, lecker –, vor allem aber verwende ich sie als Brotaufstrich, um Butter, Käse oder andere tierische Produkte zu ersetzen.