20 Jahre Tafel in Friedrichshafen – SWR Aktuell

Der Tafelladen in Friedrichshafen feiert sein 20-jähriges Bestehen. Dort bekommen Menschen, die wenig Geld haben, gute Lebensmittel zum günstigen Preis. Die Waren kommen von Spendern.

“Es war damals schwierig, die Tafel bekannt zu machen, dass die Menschen wissen, dass es das Angebot überhaupt gibt”, sagte Elke Rumpf im SWR über die Anfänge. Sie ist die stellvertretende Vorsitzende der Tafel und seit rund zehn Jahren dort aktiv. Inzwischen ist der Tafelladen in Friedrichshafen in der Keplerstraße.

Nur wenige Kunden gleichzeitig im Laden

Dort gibt es ausreichend Platz, wobei auch nur eine begrenzte Zahl an Kundinnen und Kunden gleichzeitig eingelassen wird, sagt Elke Rumpf: “Als ich angefangen hab, war es in einem winzig kleinen Laden. Da kamen alle Menschen rein, wie sie wollten. Das war teils sehr chaotisch, weil die Menschen Angst hatten, dass die anderen die Lebensmittel wegschnappen.”

Damit alle von den beliebten Lebensmitteln, wie beispielsweise Zwiebeln oder Paprika, etwas abbekommen, werden diese aufgespart und rationiert.

Für die Kunden ein Glücksfall

“Wir kommen fast jeden Tag und kaufen Brot oder Brötchen, Eier oder Milch”, sagte eine Kundin dem SWR. Sie sei froh, dass es den Tafelladen gibt. Auch weil die Qualität der Lebensmittel gut sei.

“Meine Frau putzt, aber das Geld reicht vorne und hinten nicht. Durch die Tafel bleibt ein bisschen Geld übrig, dass ich den Kindern immer wieder etwas Kleines kaufen kann.”


Supermärkte können Lebensmittel an Tafelläden ausgeben, die sie dann an Bedürftige verteilen. (Symbolbild)


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“Ich kenne die Kunden teilweise seit zehn Jahren”, sagt Elke Rumpf, die stellvertretende Vorsitzende der Tafel. Da habe sich fast ein freundschaftliches Verhältnis entwickelt. Manche bedankten sich sogar bei den ehrenamtlichen Helfern, so Rumpf. Sie hat zum Beispiel schon selbstgestrickte Socken von einer Tafelkundin bekommen.

Tafelarbeit prägt

Und auch das persönliche Leben von Elke Rumpf hat die Arbeit in der Tafel verändert, sagt sie. “Seit ich bei der Tafel arbeite, schmeiße ich daheim nichts mehr weg, sondern brauche alles auf. Durch meine Arbeit bei der Tafel habe ich zu schätzen gelernt, wie wertvoll Lebensmittel sind.”